ARBEITSTIPPS für den MAI

Stephan Waska

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Ziergarten

 

 

Spätfrostgefahr

Die beiden letzten Jahre haben wieder eindrucksvoll gezeigt, dass bis in den Mai die Spätfrostgefahr droht. Daher müssen für empfindliche Kulturen entsprechende Schutzmaßnahmen bereitgehalten werden. Das Einhüllen oder Abdecken mit Gartenvlies kann bei nur leichtem Frost von einigen Minusgraden helfen. Wichtig ist aber, dass das Vlies sofort entfernt wird, sobald wieder 1 °C erreicht ist. Nach Erfahrung von Obst- und Weinbauern hält sich sonst die kalte Luft unter dem Vlies und richtet dann erst recht Schäden an.

Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass man mit vorzeitiger Auspflanzung nicht sehr viel Vorsprung erzielen kann, denn echte Wärme, wie sie nach Mitte Mai Luft und Boden erfasst, holt in kürzester Zeit wieder alles auf.

Kübelpflanzen wie Engelstrompete oder Enzianstrauch müssen in solchen Nächten grundsätzlich ins Winterquartier geräumt werden.

 

Balkonblumen

Beim Einkauf von Balkonpflanzen, Sommerblumen und Kräutern für den Topfgarten sollte man unbedingt auf Qualität achten. Die Pflanzen müssen einen kompakten Wuchs und einen gut durchwurzelten Ballen haben.

Lieber beim Einkauf die Pflanzen vorsichtig austopfen und darauf achten, dass alle Wurzeln weiß und nicht faulig-bräunlich sind!


Dahlie Gartenstadt Bruck

 

Dahlien

Überwinterte Dahlienknollen dürfen bereits Anfang Mai ins Beet. Bis sie austreiben, ist die Gefahr vorüber, dass Frostnächte den jungen Blättern schaden. Sobald sich die ersten Triebspitzen zeigen, muss Schneckenkorn gestreut werden. Das ungiftige Ferramol wird breitwürfig gestreut, damit die Schnecken von den Dahlientrieben weggelockt werden. Keine Häufchen streuen!

 

Feuerwanzen

An sonnigen Plätzen im Garten sieht man oftmals die schwarz-rot gefärbten Feuerwanzen. Die flugunfähigen Tiere verursachen keine Schäden an Pflanzen. Sie ernähren sich von am Boden liegenden Samen und toten Insekten.

 

Rasen

Der Rasen braucht jetzt regelmäßige Bewässerung und vor allem gleichmäßigen Schnitt. Die Schnitthöhe im Garten sollte nicht zu tief sein, etwa 3 cm wären richtig. Für ein sattes Grün des Rasens ist eine Düngung notwendig. 2 bis 3 kg eines Volldüngers werden pro 100 m² gestreut und mit etwa 20 mm Beregnung (Regenmesser) eingegossen. Besser als das rasch wirkende Blaukorn ist ein Langzeitdünger. Er gibt die Nährstoffe langsam über einen längeren Zeitraum ab.

Wer seinen Rasen neu säen will, dafür sind jetzt die idealen Tage. Der Boden ist gut abgetrocknet und warm, die Nächte und die Lufttemperatur sind gerade richtig. Natürlich ist eine ausreichende Bewässerung für den jungen Rasen wie auch für alle frisch gepflanzten Gewächse unerlässlich, vor allem wenn es trocken ist.

 

Richtiges Gießen

Aber bitte immer nur mit einem Regner bewässern! Und dazu immer einen Regenmesser im Bereich des Regners aufstellen – erst wenn 20 – 30 Teilstriche erreicht sind, ist ausreichend bewässert! Das Herumspritzen mit dem Gartenschlauch verschlämmt nur die Erde. Außerdem ist das nicht ausreichend, geht kaum einige Zentimeter in den Boden und ist gleich wieder vertrocknet.


Regenmesser

 

Schneckenabwehr

Schnecken lassen sich im Garten durch vielerlei Methoden abwehren oder bekämpfen. Bekannt ist, dass bestimmte Pflanzen mit ihren Düften die Tiere abschrecken und so von den Beeten fernhalten, z. B. Borretsch, Kerbel, Petersilie, Lavendel, Knoblauch, Ringelblume, Salbei, Thymian und Ysop. Man kann sie als Einfassungen und breite Schutzstreifen um gefährdete Pflanzen setzen.

Salat, Salvien und Tagetes (Studentenblumen) ziehen Schnecken magisch an und halten sie von anderen Pflanzen fern. Dort sind sie leicht zu finden zum Absammeln.

Einfacher ist noch die „Bierfallenmethode“, also im Boden versenkte Becher mit Deckel, in die Bier gefüllt wird.

Absolut abzulehnen ist das Bestreuen der Schnecken mit Salz – das ist gröbste Tierquälerei.

Da ist es schon besser, jede aufgefundene Schnecke mit der Gartenschere zu durchschneiden, das ist ein schmerzloser, sofortiger Tod des Tieres.


Schneckenfalle ohne Zugang für nützliche Weinbergschnecken


Der Schrecken jedes Gartenbesitzers

 

 

Abgeblühte Blumenzwiebeln

Von den bereits verblühten Zwiebelblumen wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen sind die Blütenstände zu entfernen. Die Blätter müssen noch bis zum Vergilben bleiben, damit auch nächstes Jahr eine Blüte kommen kann.

 

Vogeltränken

Sie werden jetzt wieder aktiviert, ob künstlerische oder nur im Boden versenkte Schalen ist egal, Hauptsache unsere Freunde finden Trinkwasser, das natürlich immer frisch sein sollte.

 

Nützliche Räuber

In den nächsten Wochen treten wieder verschiedene Blattlausarten (grüne, gelbe, schwarze) auf und verursachen eingerollte, gekräuselte oder auf andere Art missgebildete Blätter. An Blattunterseiten, Herzblättern oder Triebspitzen sind größere Kolonien zu finden, die das Wachstum hemmen und mit ihrer Saugtätigkeit zusätzlich Viruserkrankungen übertragen können.

Die etwa 50 (!) bei uns heimischen Marienkäfer – Arten ernähren sich von Blattläusen. Am häufigsten ist der Siebenpunkt anzutreffen. Andere Vertreter sind der Zweipunkt – Marienkäfer und der gelbschwarz gepunktete Vierzehnpunkt – Marienkäfer. Die Käfer sind bereits aus ihren Winterquartieren (Laub unter Hecken, Waldränder, Böschungen) hervorgekommen und haben 10 bis 20 Eier senkrecht in Gruppen in der Nähe von Blattlauskolonien abgelegt. Die grauschwarzen Larven schlüpfen nach 7 bis 10 Tagen und ernähren sich vorwiegend von Blattläusen.

Die verschiedenen Marienkäferarten fressen im Larvenstadium pro Tag 60 bis 150 Läuse. Aber auch die ausgewachsenen Marienkäfer verzehren Blattläuse. Ein Käferweibchen vertilgt zu Lebzeiten zwischen 3000 und 4000 Blattläuse.

 

Obstgarten

 

FEUERBRANDGEFAHR

 

In den letzten Jahren war die Gefahr des Feuerbrandes nicht so hoch, da zur Blütezeit ungeeignete Bedingungen für das Bakterium herrschten. Trotzdem ist es Aufgabe jedes Gartenbesitzers, seine Ziersträucher und Apfel-, Birnen-und Quittenbäume in kürzesten Abständen auf einen möglichen Feuerbrandbefall zu kontrollieren.

Nicht nur Zieräpfel, sondern auch Ziersträucher wie Zwergmispel (Cotoneaster), Zierquitte (Chaenomeles), Feuerdorn (Pyracantha), Rot- und Weißdorn (Crataegus) werden von der gefährlichen Krankheit befallen. Daher dürfen diese Ziergehölze in der Steiermark nicht mehr gepflanzt werden. Alle Baumschulen beraten gerne über Ersatzpflanzen.

Bei Feuerbrand-Verdacht sofort den Feuerbrandbeauftragten der Gemeine kontaktieren, befallene Sträucher und Bäume müssen sofort an Ort und Stelle verbrannt werden!

 

Junge Obstbäume

Junge Obstbäume, die im letzten Jahr gepflanzt wurden, können nach Möglichkeit die ersten Früchte tragen. Es ist sinnvoll, die Blüten zu belassen, das bremst unnötiges Wachstum ein.

Wichtig ist die Fixierung von Jungbäumen, damit sie nicht durch Windbewegung am Anwurzeln gehindert werden. In Trockenperioden sollten sie auch immer wieder gewässert werden, um eine gute Entwicklung im Pflanzjahr sicherzustellen.


Blattläuse

 

Erste Blattlausgefahr

Sobald die Blütenblätter abgefallen sind, müssen die Obstbäume auf Blattlausbefall kontrolliert werden. Die ersten Läuse sitzen an den Spitzen der Triebe. Am Stamm auf- und ablaufende Ameisen sind ein sicheres Zeichen, dass an den jungen Blättern Blattläuse saugen. Eine sofortige Bekämpfung mit einem bienenungefährlichen Bekämpfungsmittel ist wichtig, bevor sich die Läuse massenhaft vermehren.

 

Erdbeeren

Damit die Ernte gut ausfällt, benötigen Erdbeeren jetzt besondere Pflege. Wenn sich Ausläufer bilden, gehören sie sofort abgeschnitten, da sie der Pflanze Kraft rauben. Bei sehr warmem Wetter sollten Sie gießen, aber nie auf die wachsenden Früchte. Sonst entsteht Grauschimmel.

Noch können die sogenannten Monatserdbeeren gepflanzt werden. Diese tragen bis September immer wieder die aromatischen Früchte, die im Geschmack an Walderdbeeren erinnern.


Kirschfruchtfliege bei der Eiablage

 

Kirschen

Die Kirschfruchtfliege legt ihre Eier in die reifenden Früchte. Die daraus schlüpfenden Maden fressen in der Frucht. Gelbtafeln schaffen auf umweltfreundliche Art Abhilfe. Färben sich die Kirschen von Grün auf Gelb, hängt man sie in die Baumkrone. Die weiblichen Tiere der Kirschfruchtfliege werden von der gelben Farbe angelockt und bleiben an den Tafeln kleben. Auch Blattläuse werden von den Tafeln angelockt. Vor der Ernte nimmt man die Tafeln wieder ab, um Nützlinge nicht zu gefährden.

 

Mulchen

Lassen Sie das gemähte Gras unter den Obstbäumen liegen. Wenn die Schicht nicht zu dick ist (unter 5 cm), verrottet das Gras schnell und liefert Nährstoffe zurück. Besser ist es noch, wenn das Schnittgut zuerst antrocknet und erst dann als Mulchdecke verwendet wird.

 

Ohrwürmer

Als Nisthilfen für die nützlichen Ohrwürmer eignen sich mit Holzwolle oder Stroh gefüllte Tontöpfe, die mit der Öffnung nach unten in die Bäume gehängt werden.


Ohrwurmnest

 

Zwetschken

Abgefallene Früchte unter Pflaumenbäumen sollten immer aufgesammelt und über den Hausmüll entsorgt werden. Sie sind häufig vom Pflaumenwickler befallen. Die Schädlinge können vom Boden aus auch auf die neuen Früchte am Baum übergreifen.

 

Gemüsegarten

 

Erdäpfel

Die im April gepflanzten Erdäpfel, die jetzt die ersten Blätter zeigen, müssen nun angehäufelt werden. Diese Arbeit muss mit dem Weiterwachsen der Triebe wiederholt werden. Auch nach jedem Starkregen soll die Erde wieder frisch hochgezogen werden.

 

Kohlrabipflanzen zum Spätanbau kann man ohne Frühbeet selbst heranziehen. Im Laufe des Monatswird auf ein Freilandbeet ausgesät und mit Fichtenreisig abgedeckt. Das Abdecken verhindert das Austrocknen der Erdoberfläche, in der die Samen liegen. Das Reisig ist zu entfernen, so bald sich die Keimblätter ganz entwickelt haben.

 

Bohnen

Wer Stangen- oder Buschbohnen im Haus in Töpfen vorgezogen hat, beginnt Anfang Mai mit dem Abhärten und stellt sie an einen hellen, auch nachts mindestens 10° C warmen Ort.

 

Die wärmeliebenden Buschbohnen sollen erst ab Mitte Mai in den Boden gebracht werden. Buschbohnen, in kaltem Boden gelegt, keimen kaum gut. Bei schweren Böden faulen die Samen sehr leicht, bei solchen Bedingungen sollte die Aussaat auf Ende Mai verschoben werden, um Fehlschläge zu verhindern.

Bohnen wollen „die Glocken läuten hören“, also nicht zu tief in den Boden gelegt werden.

Die Aussaat von Stangenbohnen erst Ende Mai ist sehr vorteilhaft. Die Stangen müssen mindestens ca. 2,5 m lang aus der Erde stehen. Rund um jede Stange werden ca. 5 bis 7 Bohnen gelegt.

 

Kürbisse sind sehr frostempfindlich, sie dürfen daher nicht vor Mitte Mai ausgesät werden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Boden auch schon warm. In zu kalten Böden keimen sie nicht und faulen leicht. Der Pflanzen-Abstand der an Ort und Stelle ausgesäten Kürbisse muss mindestens 1 m betragen. An einer Stelle werden zwei bis drei Körner gelegt. Nach dem Aufgehen lässt man nur die stärkste Pflanze stehen.


Speisekürbis

 

Gurken

Nur im Frühbeet oder besser noch im Glashaus können sie ab Anfang Mai gezogen werden. Der Pflanzabstand ist mit 30 bis 40 cm ideal. Sobald die Sonne scheint, ist das Frühbeet zu lüften und für ständig feuchte Luft zu sorgen. Erst wenn die Gurke in vollem Ertrag ist, werden die Frühbeetfenster abgenommen.

Besser als die Freilandaussaat ist die Saat in Töpfchen am Fenster oder im Glashaus. Erst wenn der Boden gut durchwärmt ist, kommen die Gurken ins Freiland.

 

Paradeiser

Wie alle diese Gemüsearten, die aus wärmeren Gebieten stammen, sollen auch die Paradeiser erst im dritten Drittel des Monats Mai ins Freie gepflanzt werden. Dann wachsen sie schneller. Der Boden ist dann schon gut angewärmt. Früher gepflanzte Paradeiser haben häufig Wachstumsstörungen. Selbst leichte Nachtfröste machen den Paradeiserpflanzen restlos den Garaus.

 

Paprika

Der sehr wärmebedürftige Paprika sollte überhaupt nur im Frühbeet oder Glashaus gezogen werden. Gerade nach dem Pflanzen braucht der Paprika zum An-und Weiterwachsen viel Wärme. Es ist besser, eine Woche später zu pflanze als um einen Tag zu früh. Die Frühbeetfenster bleiben so lange, als sie das Wachstum nicht behindern.

Eine frühere Ernte ist bei getopften Pflanzen zu erwarten. Die Erdballen der getopften Pflanzen müssen gut durchwurzelt sein. Es wird nicht tiefer gepflanzt, als die Pflanze im Topf gestanden ist. Der Pflanzabstand muss mindestens 40 mal 40 cm betragen. Wer genügend Platz hat, sollte auf 50 cm erhöhen.

 

 

Bei der Rhabarberernte ab Mai darf man nur die Hälfte der Blätter ernten, die andere Hälfte muss auf den Pflanzen verbleiben. Nur mithilfe der vorhandenen Blätter kann der Rhabarber wieder Neue hervorbringen. Erst wenn er die Blätter ergänzt hat, darf wieder geerntet werden.


Erntereifer Rhabarber

 

Im Mai ist es höchste Zeit, Dill auszusäen. Wenn Paradeiser, Schlangengurken und Einlegegurken zur Ernte kommen, sollte auch Dill erntereif sein. Mai-, Juni- und Juli Aussaaten benötigen 50 Tage bis zur ersten Ernte in einer Höhe von 15 bis 25 cm. Sollen die Blüten verwendet werden können, vergehen von der Aussaat ist zur Blüte bei den genannten Aussaatterminen gut 75 Tage. Der letzte Aussaattermin für die Ernte von Körnerdill ist Mitte Juni. Blattdill kann bis Mitte August gesät werden.