ARBEITSTIPPS für den JÄNNER

Stephan Waska

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Ziergarten

 

Gartenplanung

Wenn Sie in einem Gartenkalender im vergangenen Jahr die wichtigsten Arbeiten aufgezeichnet haben, können Sie nun nachträglich alles auf seine Richtigkeit überprüfen. Dann lässt sich besser eine Abstimmung für die kommende Saison durchführen.

 

Besorgen Sie sich die neuen Samen- und Pflanzenkataloge, nur jetzt und im Februar ist Zeit für Planungen und Bestellungen. Wer jetzt schon bestellt, hat die Sicherheit, auch die gewünschten Sorten zu erhalten, im März und April ist es zu spät!

Zeichnen Sie sich Skizzen oder Pläne derjenigen Stauden, die demnächst umgepflanzt werden müssen. Berücksichtigen Sie den Platzbedarf je nach Größe der Stauden. Außer Dauerstauden wie z.B. Pfingstrosen sollen Stauden zur Erhaltung der Blühkraft alle paar Jahre geteilt und an einen neuen Standort verpflanzt werden.

 

 

Schneereinigung

Bei stärkeren Schneefällen muss die weiße Last von Nadelbäumen und anderen Immergrünen abgeschüttelt werden. Dabei muß man vorsichtig vorgehen, damit keine Astbrüche oder Deformation bestimmter Wuchsformen entstehen. Bei tieferen Temperaturen ist das Holz gefroren und daher sehr brüchig.

Schnee soll grundsätzlich unter Bäumen und Sträuchern liegen, er schützt die Wurzeln vor Kälte und Austrocknung. Auch am Rasen sowie auf Stauden- und Rosenbeeten ist Schneelage von Vorteil.

 

Gewächshausschutz

Wenn es heizbar ist, wird das Gewächshaus zur Überwinterung von frostgefährdeten Pflanzen oder zur Anzucht von Gemüsejungpflanzen und Sommerblumen benützt. Jungpflanzen und Kübelpflanzen benötigen gerade in der lichtarmen Jahreszeit besonders viel Licht. Schon eine dünne Schneedecke filtert das Sonnenlicht sehr stark und behindert damit das Wachstum der Pflanzen.

Wenn die Schneedecke nicht von selbst herab rutscht, muss vorsichtig nachgeholfen werden. Schneelast am Glashaus oder Folientunnel kann recht erheblich sein. Glasscheiben und Konstruktion werden stark belastet.

Die Schneelast kann recht erheblich sein. Bei einer Auflagefläche von 1 m² werden Glasscheiben und Konstruktion bei frisch gefallenem Pulverschnee und einer Schneehöhe von 35 cm bereits mit einem Gewicht von 50 kg belastet. Bei wässrigem Schnee kann diese Last schon bei einer Schneehöhe von 10 cm erreicht werden. Bildet sich noch dazu Eis, wird die Belastung noch größer.

 

Vogelfütterung

Auch die Futterplätze für unsere Singvögel müssen freigehalten und regelmäßig nachgefüllt werden. Wenn solch ein Vogel 24 Stunden lang kein Futter findet, ist er ein Todeskandidat. Die Fütterung von Vögeln im Winter ist nicht nur wegen der Beobachtung der gefiederten Freunde wichtig. Die im Winter und Frühling gefütterten Nützlinge verbleiben dann in Gartennähe. Wenn sie dann noch eine Nistmöglichkeit haben, sind sie zur Aufzucht ihrer Jungen ständig unterwegs und befreien unsere Pflanzen von schädlichen Raupen und anderem Getier.

Die Futterplätze für unsere Singvögel müssen freigehalten, regelmäßig gereinigt und nachgefüllt werden. Wenn ein Vogel im Winter 24 Stunden lang kein Futter findet, ist er ein Todeskandidat. Die Futterstellen sollen so gebaut sein, dass der Vogel zwar das angebotene Futter entnehmen, aber sich nicht direkt ins Futter setzen kann. Sonst würde er es unwillkürlich mit seinem Kot verschmutzen und unter Umständen Krankheiten auf andere Vögel übertragen.

 

Nistkästen bauen

Wenn es nicht schon im Herbst geschehen ist, sollen spätestens jetzt im Winter alle Nistkästen im Garten gut gereinigt werden. Dazu wird das alte Nest restlos entfernt und kompostiert. Unsere Gartenvögel wollen immer ein neues Nest bauen, um darin ihre Jungen aufzuziehen. Der Innenraum wird gründlich mit heißem Wasser ausgewaschen, allenfalls kann auch noch Essig zur Desinfektion zugegeben werden. Aber keine Desinfektionsmittel, wie sie im Haushalt verwendet werden, zur Reinigung einsetzen. Diese Präparate sind unter Umständen für unsere Jungvögel hoch giftig. Denn die Rückstände dieser Mittel verflüchtigen sich oftmals nicht so schnell. Manche Singvögel beginnen schon sehr früh mit dem neuen Nestbau.

Vielfach werden die Nistkästen aber auch zum Nächtigen bei besonders tiefen Temperaturen genützt und da soll doch ein entsprechendes Quartier angeboten werden.

 

Wer einen neuen Nistkasten bauen will, muss berücksichtigen, für welche Vogelart der Nistkasten geplant ist. Wichtig ist dabei die Schlupflochgröße. Für unsere fleißigsten Schädlingsvernichter, die Meisen darf z.B. das Schlupfloch nur einen Durchmesser von 28 (für Blaumeisen) bis 32 cm (für Kohlmeisen) haben.

Gerne nehmen andere Vögel solch einen Nistkasten in Beschlag, sie hämmern sich dann einfach das Loch größer. Will man dies verhindern, muss rund um das Schlupfloch ein Blechplättchen mit einem 28 – 32 mm großen Ausschnitt angebracht werden.

 

Wässern der immergrünen Gehölze

Gibt es keinen Schnee, dann dursten die Immergrünen – sowohl Nadel- als auch Laubgehölze. Gehölze verbrauchen auch im Winter, besonders bei Sonnenschein Wasser. Daher sollte man frostfreie Perioden – und solche kann es auch im Jänner geben – benützen und ihnen einige Kübel Wasser geben. Gegen winterliche Austrocknung hilft der schattierende Schutz aus Jute, Vlies oder Nadelholzzweigen. Keine Plastikfolien verwenden!

 

Sträucherschnitt

Wem es nicht zu kalt im Garten ist, der kann jetzt auch die Sträucher, vor allem die Sommerblüher wie Buddleja und Hibiscus, schneiden, im laublosen Zustand hat man oft den besseren Überblick, wo überalterte Äste und Zweige herausgeschnitten werden sollen. Wird eine Hecke geschnitten, dann ist immer zu berücksichtigen, daß sie unten breiter geschnitten sein soll als oben!

 

Frostschutz überprüfen

Besonders nach windigen Tagen müssen alle Abdeckungen überprüft werden. Reisig, Laubabdeckungen, Schutz aus Vlies sollen eine ausreichende Luftzufuhr gewährleisten, aber auch noch ihre Schutzfunktion voll erhalten bleiben. Zu dichte Abdeckung kann zum Faulen der geschützten Pflanzen führen.

 

Wasserbecken

Entleerte Wasserbecken müssen regelmäßig überprüft werden. Es könnte sich Schnee- oder Regenwasser angesammelt haben und bei Frost das Becken sprengen.


Dahlie Biedermannsdorf

 

Dahlien und Gladiolen

Die Zwiebel und Knollen im Winterlager werden überprüft. Angefaulte Knollen und Zwiebel werden entfernt. Tiefe Temperaturen können großen Schaden anrichten, daher immer auf Frostfreiheit achten. Die ideale Lagerraumtemperatur beträgt etwa 5 bis 10° C. Mit einem Minimum-Maximum-Thermometer lässt sich die Temperatur leicht kontrollieren. Das Lager immer auf Frostfreiheit kontrollieren. Allenfalls einen Frostwächter installieren!

 

 

Obstgarten

 

Baumschnitt

An frostfreien Tagen kann jetzt Kernobst wie Apfel und Birne geschnitten werden. Aber jeden entfernten Ast will der Baum im Sommer wieder ersetzen, wird daher kräftig Wassertriebe treiben. Daher nur mäßig schneiden und besser den Baumschnitt im Sommer, etwa Mitte August durchführen.

Zwetschken dürfen im Winter nicht geschnitten werden, Pfirsiche und Marillen werden ebenfalls grundsätzlich erst gleich nach der Ernte geschnitten.

 

Veredelungen

Noch können Sie für Veredlungen Edelreiser von Apfel-, Birnen-  und Zwetschgenbäumen schneiden und frostfrei lagern. Dazu werden sie im frostfreien und kalten Keller in feuchten Sand eingegraben.

Besser bewährt hat sich die Methode, die Edelreiser in handelsübliche Tiefkühlsackerl zu verpacken (Austrocknungsschutz) und sie im Kühlschrank bei 4 – 5 °C zu lagern.

 

Fruchtmumien

Hängen jetzt noch verdorrte oder verschimmelte Früchte (Fruchtmumien) im Baum, sollten diese als vorbeugende Maßnahme gegen die Spitzendürre (Monilia) entfernt und im Hausmüll entsorgt werden.


Moniliakranke Fruchtmumie

 

 

Leimringe

die zum Schutz vor Frostspannern an Obstbäumen angebracht wurden, sollten Sie regelmäßig überprüfen und bei Nachlassen der Klebekraft erneuern. Dabei darf man die Baumpfähle nicht vergessen, damit die Schädlinge nicht über Umwege in die Krone gelangen können.

 

Gallmilben

Wenn sich an Schwarzen Johannisbeeren dick angeschwollene, rundliche Knospen zeigen, dann deutet dies auf Gallmilbenbefall hin. Die ballonartig aufgeblähten Knospen können ausgebrochen und stark befallene Triebe ganz weggeschnitten werden.


Runde Knospen sind mit Gallmilben befallen

 

Weißanstrich der Stämme

Ein weißer Schutzanstrich hilft, die Obstbäume vor strengem Frost in den Wintermonaten zu schützen. Frostschäden entstehen durch den Wechsel von Sonne und Kälte.

Kübelpflanzen

Das Winterquartier Ihrer Kübelpflanzen immer wieder gut durchlüften. Solange die Temperaturen mild sind, sollte man tagsüber sogar die vorhandenen Fenster öffnen. Vergessen Sie jedoch nicht, diese abends zu schließen. Geben Sie Acht, dass die Pflanzen jetzt regelmäßig, aber mäßig gegossen werden, da sie etwas mehr Wasser brauchen solange es nicht kälter ist.Trotzdem Achtung!!! Zuviel Wasser ist oft schlechter als einmal etwas zu wenig.

Wichtig ist jetzt die Gesundheits-Kontrolle der Kübelpflanzen. Pilzkrankheiten oder Schmier- bzw. Schildläuse sind bei den milden Temperaturen auch weit mehr verbreitet. Gegen Woll- oder Schildläuse gibt es im Handel Gießmittel, die dann mit dem Saftstrom zum Schädling transportiert werden.

 

Kontrolle der Kübelpflanzen

Viele Kübelpflanzen blühen auch im Überwinterungsquartier weiter. Daher ist auch hier eine richtige Pflege wichtig. Wasser- und Düngergaben gehören genauso dazu wie das regelmäßige Entfernen abgeblühter Blüten.

Stellen Sie die Pflanzen nicht zu dicht zusammen, sondern lassen Sie ihnen Licht und Luft zukommen.

 

Weihnachtsbaum im Topf

Spätestens 1 bis 2 Wochen nach dem Fest sollte der im Kübel gepflanzte Weihnachtsbaum im Garten ausgepflanzt werden. Dies geschieht möglichst bei frostfreiem Wetter. Vor der Auspflanzung muss der Baum aber erst schrittweise an die kühleren Temperaturen gewöhnt werden. Ist der Boden gefroren und ein Auspflanzen nicht durchführbar, muss der Baum regelmäßig gegossen werden – auch, wenn er noch geschmückt im möglichst kühlen Zimmer steht.

 

 

Gemüsegarten

Kompostumsetzung

An frostfreien Tagen kann auch der Kompost umgesetzt werden, im Frühling ist dann meist keine Zeit dafür. Wichtig ist dabei, dass das ganze Material gut durchgemischt wird. Beim Umsetzen kommt das oberste Material zuunterst und umgekehrt. Dabei entdeckt der Gärtner oftmals, dass im Sommer nicht immer alles kompostiergerecht aufgeschichtet wurde. Grasschnitt z.B. klumpt zusammen und verrottet schlecht. Solche Klumpen werden mit gehäckseltem Material (auch verholztes wie Zweige) gut vermischt.

 

Restliche Gartenarbeiten

Für jede Bodenbearbeitung ist es jetzt zu kalt. Nur wenn Düngekalk zur Bodenverbesserung gestreut wurde, darf er bei frostfreien Boden leicht eingearbeitet werden.

 

Gartengeräte

Wichtiger ist die Überprüfung der Gartenwerkzeuge. Meist waren bei den letzten Arbeiten die Vorsätze zur Gerätekontrolle groß, aber bei der fülle der Arbeiten wurde dann doch meist darauf verzichtet. Daher werden jetzt lockere Stiele wieder befestigt oder überhaupt erneuert. Spatenblätter und Unkrauthacken werden geschärft und anschließend eingeölt. Gartenschläuche und Schlauchrollen werden nochmals auf Fehler untersucht und allenfalls ausgewechselt. Das anschließende restlose Entleeren der Schläuche darf nicht vergessen werden.

 

Rasenmäher und Maschinen

Wer ein Motorgerät sein Eigen nennt, bringt es jetzt (und nicht erst im Frühling) zum Service. Jetzt hat der Mechaniker dafür Zeit und es werden die lästigen Wartezeiten erspart.

Schnee am Gemüse

Überwinternde Gemüsepflanzen wie Porree, Winterzwiebel, Sprossenkohl, Vogerlsalat und andere sollen möglichst immer mit Schnee bedeckt sein, dies schützt vor austrocknenden Winterwinden. Ist kein Schnee gefallen, werden diese Gemüsearten mit Gartenvlies abgedeckt.

 

Saatgutbestellung

Gute Planung ist der halbe Erfolg im Garten. Daher wird jetzt der Anbauplan für die neue Saison erstellt. Vorhandene Samenbestände werden überprüft. Bei älterem Saatgut ist eine Überprüfung der Keimfähigkeit notwendig. Dazu werden einige Samenkörner in einem Glas- oder Kunststoffgefäß auf feuchtes Fließpapier (Löschblatt) gelegt und der Behälter auf einem warmen Platz aufgestellt. Bei der regelmäßigen Kontrolle auf ausreichende Feuchtigkeit kann dann nach einigen Tagen erkannt werden, wie viel von dem Saatgut überhaupt noch keimfähig ist.

Wenn weniger als 80% der Samen keimen, ist das Saatgut nicht mehr verwendbar.

Samenkontrolle

Wenn noch Gemüsesamen übriggeblieben sind, ist es unsicher, ob sie noch keimen können. Da meist die restlichen Samenpäckchen kein Datum notiert bekommen, empfiehlt sich eine Keimprobe. Gemüsesamen sind unterschiedlich lange haltbar und keimfähig:

1 – 2 Jahre: Schwarzwurzel, Schnittlauch, Porree, Pastinake, Bohnenkraut.

2 – 3 Jahre: Zwiebel, Petersilie, Neuseeländerspinat, Erbse.

3 – 4 Jahre: Bohne, Endivien, Gartenkresse, Kopfsalat, Karotte, Sellerie, Vogerlsalat, Spinat, Mangold, Paradeiser.

4 – 5 Jahre: alle Kohlarten, Rote Rübe, Radies, Rettich, Chicorée.

5 – 6 Jahre: Kürbis, Melone, Gurke.

Samen, die gut trocken gehalten werden (z.B. im Einsiedeglas) halten mitunter auch noch länger.

 

Dünger, Torfersatzmittel, Mulch und Blumenerde

Der Ankauf notwendiger Gartenhilfsmittel, wie Dünger, allenfalls Mist, Folien oder Vliese soll jetzt erledigt werden.

 

Fruchtfolge

Denken Sie daran, dass sie in ihrem Garten auch einen Fruchtwechsel durchführen sollen! Damit der Boden nicht müde wird, soll man darauf achten, dass nur alle 3 – 4 Jahre dasselbe Gemüse auf eine Fläche kommt. Als Beispiel ist folgende Fruchtfolge für ein Beet möglich:

  1. Jahr: Nach dem Einarbeiten von frischem Mist oder Kompost dürfen nur Kohlgemüse (Kraut, Kohl, Karfiol, Brokkoli, Kohlsprossen, Chinakohl, Kohlrabi) oder Blattgemüse wie Vogerlsalat, Häuptelsalat, Zuckerhutsalat, Radicchio, Pflücksalat, Endiviensalat gepflanzt werden.
  2. Jahr: In diesem Jahr darf nur gut verrotteter Kompost gestreut und eingearbeitet werden, gepflanzt werden Früh- und Spätkartoffel sowie Fruchtgemüse (Paradeiser, Paprika, Gurken, Melanzani, Zucchini, Kürbisse, Melonen.
  3. Jahr: In diesem Jahr darf höchstens noch Mineraldünger gegeben werden, gepflanzt werden Knollen- und Wurzelgemüsearten wie Karotten, Sellerie, Kohlrüben, Kren, Petersilie, Radieschen, Rettich, Rote Rüben, Schwarzwurzeln, sowie Zwiebel, Knoblauch und Schalotten.
  4. Jahr: Im letzten Jahr der Fruchtfolge kommen auf dieses Beet ohne jeglichen Dünger Hülsenfrüchte, dazu zählen Bohnen, Erbsen und Linsen.

Nach der Ernte dieser Hülsenfrüchte wird wieder fest Stallmist oder frischer, halbverrotteter Kompost gegeben und der Kreislauf beginnt wieder bei Punkt 1.

 

Bodenuntersuchung

Lassen Sie auch von ihrem Gemüsegarten längstens alle 3 Jahre eine Bodenprobe machen und erstellen sie danach einen Düngungsplan. Meist sind gerade im Gemüsegarten entweder viel zu viel oder absolut zu wenig Nährstoffe vorhanden.

Alle diese Arbeiten sollen jetzt erledigt werden, der Frühling kommt schneller als man glaubt. Und dann geht die Arbeit im Gemüsegarten wieder verstärkt an.