ARBEITSTIPPS für den JÄNNER

 

Stephan Waska

 

 

Ziergarten

Winterschutz kontrollieren

Der Witterungs- und damit Temperaturwechsel kann in diesem Monat mitunter recht stark und für die Pflanzen gefährlich sein. Daher den Winterschutz nicht zu früh entfernen, sondern bei Winterwetter auf seine volle Funktionsfähigkeit kontrollieren. Die Sonne erwärmt schon alle Pflanzenteile stärker, damit steigt die Verdunstung von Wasser in der Pflanze, das aus dem gefrorenen Boden nicht geliefert werden kann. Dadurch vertrocknen empfindliche Pflanzen eher, als dass sie erfrieren.

Wenn noch nicht geschehen, sollen dringend Baumstämme gekalkt oder mit einem anderen Weißanstrich versehen werden. Auf der Sonnenseite kann jetzt ein Stamm auf über 10 bis 15° C erwärmt werden, auf der Schattenseite hat es, besonders bei Schneelage, noch einige Minusgrade. Das im Stamm aufgetaute Wasser friert in der Nacht wieder und führt zu „Frostrissen“ und damit zu schweren Baumwunden.

 

 

Feuchtigkeit für die Immergrünen

Infolge der nun auch schon stärkeren Sonneneinstrahlung gegen Monatsende steigt die Verdunstung besonders bei immergrünen Gehölzen. Daher an warmen Tagen und bei offenem Boden einen oder mehrere Kübel Wasser im Bereich der Kronentraufe geben.


Kirschlorbeerhecke

 

Heckenschnitt

Erst gegen Ende Februar sollen alte Hecken, die zu hoch geworden sind, auf das gewünschte Maß zurückgeschnitten werden. Je früher dies gemacht wird, desto stärker ist der Austrieb im Frühjahr! Auch alle Ziersträucher können jetzt ausgelichtet werden. Der Schnitt soll ausschließlich an frostfreien Tagen erfolgen!

 

Sommerblumen vorbereiten

Pelargonien, Fuchsien etc. erwachen nun in ihren Überwinterungsräumen ebenfalls zu neuem Leben und wollen zurückgeschnitten werden. Dass der Rückschnitt immer über einem kräftigen Auge erfolgen soll, ist jedem Gärtner klar. Anschließend gründlich ausputzen, abgestorbene Blätter und Triebe entfernen und gleich in frische Erde umtopfen.

Sommerblumen werden nun ebenfalls in Töpfen oder Schalen angebaut, wobei dafür das Gleiche gilt, wie bei der Gemüseaussaat.
Ende des Monats werden auch die Knollenbegonien in flachen Kistchen oder Schalen in mäßig feuchtem Torfmull vorgetrieben, dazu warm halten und ans Licht stellen.

 

Vogelschutz

Nicht auf das Füttern vergessen!

Unsere Singvögel brauchen täglich Futter, nach 24 Stunden ohne Nahrungsaufnahme sind sie Todeskandidaten!

Die Nistkästen – bisher Unterschlupf in kalten Tagen für unsere gefiederten Sänger – sollten bald gereinigt und neu aufgehängt werden. Die fliegenden Geschöpfe „flittern“ sehr früh im Jahr.

 

Obstgarten

Weinreben, Kiwi

Nach den letzten Frösten können Weinreben und Kiwi geschnitten werden. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn die Pflanzen noch nicht im Saft stehen. Die vorjährigen Triebe beider Rebenarten werden auf zwei bis drei Augen zurückgeschnitten.

 

Wenn die Triebe bluten ist das kein Malheur, es hört bald ohne Schädigung auf. Oft treiben Kiwis in der Wintersonne zu früh aus. Durch Matten, die über die Triebe gelegt werden, kann dies verhindert werden.

Düngung

Wenn Ende Februar der Boden bereits aufgetaut ist, kann bei Obstbäumen der erste Volldünger im Kronenbereich ausgestreut werden. Allerdings sollte der Boden anschließend etwas aufgeraut werden, damit die Nährstoffe besser eindringen können

Fruchtmumien

Bei allen Obstgehölzen im Garten sollten spätestens jetzt die noch in den Zweigen hängenden sogenannten Fruchtmumien entfernt und vernichtet werden. In den eingetrockneten Früchten überdauern Krankheitserreger wie Monilinia, die Spitzendürre und Obstfäule bei Kern- und Steinobst auslöst.


Fruchtmumie auf Apfelbaum

 

Holzkrankheiten

Wenn Zweige von Obstgehölzen von Rotpustelpilzen befallen sind, müssen die entsprechenden Partien bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten und das Schnittgut über Biotonne oder Großkompostieranlagen entsorgt werden.

Bei Befall mit Baumkrebs wird die befallene Stelle bis ins gesunde Holz herausgeschnitten und die Wundstelle dann mit einem Kupferpräparat (z.B. Cuprofor 1%ig) ausgepinselt. Nicht mit Wundverschlussmitteln verstreichen! Darunter kann die Krankheit weiter wuchern.


Krebs an Obstbaum

 

Zur Vermehrung von Himbeeren nimmt man im Frühjahr starke Wurzelausläufer der Pflanze und setzt sie an den gewünschten neuen Standort.

Winterspritzung

Eine Behandlung gegen tierische Schädlinge mit AUSTRIEBSSPRITZMITTEL 7E soll erst im Frühjahr erfolgen, wenn der Schlehdorn am Waldrand blüht. Das ist knapp bevor die ersten Frühzwetschen aufblühen. Frühere Behandlungen sind fast wirkungslos.

Die Kräuselkrankheit an Pfirsichen und Nektarinen muss jetzt mit einer Kupferspritzung bekämpft werden.

Ribiselschnitt

Bei den Ribiseln müssen alle Äste, die älter als drei Jahre sind, bis zum Boden herausgeschnitten werden, damit junge, kräftige Triebe nachwachsen können. Ribisel brauchen unbedingt zur Fruchtbildung das Spurenelement Bor. Bor wird nur in geringen Mengen benötigt, günstig ist eine Blatt- oder Bodendüngung knapp vor der Blüte. Fragen Sie Ihren Gärtner oder im Lagerhaus nach einem borhaltigen Dünger. Oder fragen Sie in Ihrer Drogerie nach Borax (Natriumborat). Es wird 0,1%ig gespritzt. Nur dann können sich schöne Ribiselträubchen entwickeln.

Faule Äpfel auf den Kompost

Sortieren Sie angefaulte Äpfel im Obstkeller aus und geben Sie diese auf den Kompost. Auch Vögel freuen sich über den Leckerbissen. Amseln und andere Vögel picken gerne von dem saftigen Fruchtfleisch

 

Gemüsegarten

 

Bodenuntersuchung vor Aussaat und Pflanzung

Noch bevor an eine Planung des diesjährigen Gemüsegartens gegangen wird, soll der Gemüsegarten auf seine vorhandenen Nährstoffe untersucht werden. Bei der Bodenuntersuchung werden die für unsere Gemüsepflanzen notwendigen „Lebensstoffe“ festgestellt. In den meisten Gemüsegärten ist davon sogar zu viel vorhanden. Dadurch wird oft das Wachstum der jungen Gemüsepflanzen nicht gefördert, sondern sogar gehemmt. Viele Gartenbesitzer meinen es mit der Düngung besonders gut und geben einfach zu viel. Manche Gemüsegartenerde kann manchmal selbst schon als Düngemittel verwendet werden.

Mit dem Ergebnis der Untersuchung ist es dann möglich, gezielt diejenigen Nährstoffe zuzuführen, die eigentlich benötigt werden.

Untersuchungen führt das Labor Dr. Pottmann, Grabengasse 19, 2333 Leopoldsdorf bei Wien, Tel. 0664/33 78 273 durch.

Nach Auswertung der Bodenprobe wird noch eine Empfehlung gegeben, ob und wie der Boden gedüngt oder durch welche Maßnahmen der pH-Wert verändert werden kann.

Eine Bodenprobe

soll an mehreren Stellen des Gemüsegartens entnommen werden. Dazu sticht man an 10 gleichmäßig auf der Fläche verteilten Stellen mit dem Spaten bis in ca. 30 cm Tiefe ein und hebt die Erde aus. An der Seitenwand dieses Loches wird eine dünne Erdschicht abgestochen und in ein sauberes Gefäß (Kübel) gefüllt. Diese 10 Einzelproben werden sorgfältig vermischt und etwa 1 Liter dieses Materials in einen Kunststoffbeutel gefüllt und an die Untersuchungsanstalt gesandt. Ein gesondertes Schreiben (gemeinsam mit der Probe) mit den Untersuchungswünschen – ob nur auf Hauptnährstoffe oder auch erweitert auf Spurenelemente – soll gleichzeitig mit gesandt werden.

Aussaat von Radieschen und Rettich

Ende des Monats werden im frostfrei gehaltenen Kleingewächshaus oder im Frühbeet bereits Radieschen und Rettich angebaut. Der Abstand der Reihen beträgt 20 bis 25 cm. Bei Radieschen sind 10 bis 15 cm Abstand in der Reihe üblich, beim Rettich 15 bis 20 cm.
Eine Abdeckung mit Vlies bis zur Keimung erhöht tagsüber und nachts die Bodentemperatur. Wenn die Tagestemperatur über 12 bis 14° C ansteigt, wird das Vlies abgenommen, bei tieferen Temperaturen kann es auch nach dem Auflaufen der Sämlinge belassen werden.

Auch wenn Radieschen und Rettich sehr tiefe Temperaturen vertragen, so soll doch die Temperatur tagsüber nicht unter 8 bis 14° C fallen, nachts reichen 4 – 6° C. Steigt die Temperatur über 18° C, muss gelüftet werden, bei Kulturende schon ab 15° C.

 

Vogerlsalat

kann auch noch im Spätwinter angebaut werden. Er wird mit einem Reihenabstand von 10 – 15 cm gesät. Etwa 1 cm tiefe Rillen gezogen, das Saatgut gleichmäßig mit etwa 1 cm Abstand ausgelegt und anschließend gut angedrückt und angegossen ermöglicht dem Feldsalat, wie er offiziell heißt, bei Temperaturen von 10 bis 15° C eine rasche Keimung. Nach dem Aufgang muss er eher kühl gehalten werden (reichlich lüften), da sonst die Pflanzen rasch zu groß und hartblättrig werden.