ARBEITSTIPPS für den DEZEMBER

Stephan T. Waska

Ziergarten

Barbarazweige

Am 4. Dezember ist Barbaratag. Traditionell schneidet man die Barbarazweige am 4. Dezember. Dazu werden Zweige von frühjahrsblühenden Gehölzen geschnitten, die schon im Dezember Knospenansätze zeigen. Neben Forsythie, Süßkirsche und Apfel sind auch Haselnuss, Zwetschke, Holunder und Winterschneeball geeignet. In den letzten Jahren war es vielfach nicht möglich, diese Zweige zum Blühen zu bringen. Die Pflanzen brauchen, um in der Vase zu treiben, vorher eine gewisse Zeit mit Minusgraden. Daher werden die geschnittenen Zweige zunächst für etwa 8 Stunden in die Tiefkühltruhe gelegt, wenn sie noch keinen Frost im Freien erlebt haben. Nach dem Wiederauftauen werden sie über Nacht in lauwarmes Wasser gelegt. Der Trick dabei ist, dass die Pflanze glaubt, der Winter ist vorbei. So bekommen die Knospen vermittelt, dass ihr Frühling begonnen hat und sie blühen können. Um die Aufnahmefähigkeit für das Wasser zu erhöhen, ist mein Tipp, die Enden der Zweige schräg anzuschneiden. Danach kommen sie in eine Vase mit frischem, zimmerwarmem Wasser. Wichtig ist, das Wasser regelmäßig zu wechseln. Im Vasenwasser entwickeln sich verschiedene Bakterien, die dann die Leitungsbahnen verstopfen. Um ein Austreiben der Knospen zu unterstützen, sollten Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen. Zu viel trockene Heizungsluft lässt die Zweige nach und nach vertrocknen. Dann kann um Weihnachten alles blühen – und das bringt der Legende nach Glück.

Blühende Kirschenzweige bringen Glück im nächsten Jahr

Frühjahrsblumenzwiebel

Auch im Dezember werden noch verschiedentlich Blumenzwiebeln zum Pflanzen angeboten. Es ist aber nicht sicher, ob sie den gewünschten Blütenflor im Frühjahr bringen, da sie oft um diese Jahreszeit im Garten kein ausreichendes Wurzelwerk mehr ausbilden und dann sogar in Fäulnis übergehen. Will man trotzdem noch solche „Spätlinge“ setzen, ist es besser, sie in einen Topf mit Gartenerde zu setzen, sie frostfrei aufzustellen und im zeitigen Frühjahr, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, auszupflanzen.

Man kann diese Zwiebeln aber auch trocken und bei Temperaturen um 5 °C aufbewahren und dann gleich nach Winterende setzen. Die Blüte ist dann nicht so kräftig wie bei den Herbstpflanzungen, aber trotzdem noch sehenswert.

Gartenschläuche und Wassertonnen

Immer wieder werden mit Wassergefüllte Schläuche und Tonnen im Herbst draußen vergessen. Gefrorenes Wasser dehnt sich bis zum siebenfachen aus und sprengt dann alles. Daher nach Eintritt der ersten Nachtfröste alles sorgfältig entleeren und zumindest im schatten oder im Schuppen aufbewahren.

Gartenteich

Fische im Teich brauchen frostfreie Zonen. Wenn sich bereits eine Eisschicht gebildet hat, darf man keinesfalls ein Loch in die Eisdecke schlagen. Um das Wasser mit Sauerstoff zu versorgen, kann man mit heißem Wasser Löcher in das Eis schmelzen und dann einen Eisfreihalter einsetzen.

Gehölzschutz

In der nun vergangenen Saison gepflanzte Gehölze sind noch empfindlich gegen Winterfrost.  Sie können leicht vertrocknen. Daher wird der Boden rings um die Pflanzen mit Laub oder Stroh mindestens 10 cm hoch abgedeckt. Buschrosen werden mit Erde angehäufelt, damit die Veredlungsstelle frostgesichert ist.

Gerätepflege

Hand- und Motorgeräte werden gereinigt und mit einem Pflegeöl behandelt. Ideal sind dazu ein paar Tropfen biologisch abbaubares Öl (z.B. Sägeketten-Haftöl).

Wespen- oder Hornissennest im Dachboden oder Schuppen

Jetzt im Winter ist es unbewohnt und würde auch im nächsten Jahr nicht noch einmal besiedelt werden. Die Königinnen überdauern den Winter im Erdreich oder in morschem Holz. Anfang Mai erwachen sie aus der Winterstarre und gründen ein neues Nest.

Holzasche

Asche aus Kachelöfen oder anderen Brennstellen sollte nur in geringen Mengen als Dünger verwendet oder dem Kompost beigemengt werden. Da sich in der Asche auch unerwünschte Schadstoffe und Schwermetalle verbergen können, ist es besser, die Verbrennungsrückstände im Restmüll zu entsorgen.

Rasen

An frost- und schneefreien Tagen eventuell nochmals das Laub vom Rasen entfernen. Der Wind bläst Laubhügel oder Laub-Mulchschichten aus Beeten gerne auf den Rasen zurück. Entfernen Sie dieses Laub erneut. Unter einer Laubschicht können Grashalme nämlich leicht vergilben und absterben.

Schneerosen

Schneerosen öffnen in den Wintermonaten ihre Blüten. Während dieser Zeit benötigen die immergrünen Pflanzen mehr Feuchtigkeit. Sie sollten in trockenen Wintern vor und nach Frostperioden etwas gegossen werden.

Die jetzt in Gärtnereien angebotenen Schneerosen können an frostfreien Tagen in Balkonkisterl ausgepflanzt werden. Bei starkem Frost oder Schneefall werden sie zu ihrem eigenen Schutz zwar unansehnlich, erstarken aber wieder bei wärmeren Temperaturen.

Vogelfütterung

Zur Winterfütterung der Vögel sollte die Futterstelle gut angeflogen werden können und katzensicher aufgestellt sein. Nur Vogelfutter verwenden, keine Speisereste oder Brot.

Singvögel wie z. B. Spatz, Fink, Meise, Zeisig und Kleiber sind Kernfresser. Sie bevorzugen Hanfsamen, Sonnenblumen-, Haselnuss- und Getreidekörner. Amsel, Drossel sind sogenannte Weichfresser. Sie suchen ihre Nahrung am Boden und lassen sich gerne mit getrockneten Früchten, Rosinen, Wildbeeren und Obstresten verwöhnen.

Wer begonnen hat, Futterhäuschen für die gefiederten Gäste zu füllen, sollte regelmäßig für Nahrungsnachschub sorgen. Die Vögel merken sich ihre Futterplätze und legen sonst oft vergebens kräftezehrende Wege zurück, wenn sie die Plätze leer vorfinden.

Eine Alternative zu den herkömmlichen Futterhäuschen sind Futtersilos. In ihnen bleibt die Körnermischung trocken und kann nicht durch Kot verunreinigt werden.

Stieglitze (Distelfink) an der Futtersäule

Ziergräser

Ziergräser vor Frost schützen. Dazu aber nicht abschneiden, sondern zusammenbinden. Erst im Frühjahr werden sie zurückgeschnitten.

 

Zimmerpflanzen

Amaryllis (Hippeastrum Hybr.)

Amaryllis werden verstärkt in einem Wachsmantel um die Zwiebel angeboten. In meinen Augen ist das eine Vergewaltigung der Pflanze. Nach der Blüte hat sie keine Chance zum Überleben.

Kräftige Amaryllis-Zwiebel (ohne Wachsmantel) werden in leicht feuchte Erde eingetopft, zimmerwarm aufgestellt und nicht angegossen. Nach einiger Zeit entwickelt sich ein Blütentrieb. Erst dann wird nur einmal wöchentlich gegossen. Ab Mai kann die Pflanze ins Freie gestellt, regelmäßig gegossen und gedüngt werden.

Fensterbrett

Zimmerpflanzen, die auf dem Fensterbrett stehen, müssen durch eine gute Abdichtung der Fenster vor kalter Luft von außen geschützt werden. Damit die Pflanzen auf den Fensterbrettern keine kalten Füße bekommen (kann zu Wurzelfäule führen) empfiehlt es sich unter den Topf ein Stück Polystyrol oder Holzleisten zu legen. Beim Lüften der Wohnräume sollte man darauf achten, dass die Zimmerpflanzern vor Zugluft geschützt sind.

Wasser, das sich im Übertopf oder Untersatz gesammelt hat, muss spätestens nach 20 Minuten abgegossen werden.

Kakteen

Kakteen sollen in einem kühlen Raum überwintern, in dieser Zeit soll das Gießen ganz eingestellt werden. Auf keinen Fall sollen sie auf einem Fensterbrett über der Heizung stehen, sie fangen dann vorzeitig zum Treiben an. Kakteen benötigen für die Blütenbildung mindestens 40 bis 70 Tage Ruhepause. Je länger die Ruhezeit bei 5 bis 10 °C dauert, umso mehr Blüten setzt der Kaktus an.

Warzenkaktus Mamillaria

Lebende Steine (Lithops)

Auch die „Lebenden Steine“ sollen von November bis April kühl stehen. In dieser Zeit dürfen die Pflanzen nicht gegossen werden. Die aus der Südafrikanischen Wüste stammende Pflanze bildet im Frühjahr zwei neue Hälften, die alten bleiben als papierartige Hülle zurück.

Die Blüten von Lithops sind oft größer als die Pflanze

Sansevierien

Der Bogenhanf zählt zu den Pflanzen, die trockene Luft im Winter gut vertragen. Die auch unter dem Namen ,,Schwiegermutterzunge“ bekannte Pflanze bevorzugt auch im Winter warme Temperaturen, darf aber nur sporadisch gegossen werden.

Weihnachtsstern

Der Weihnachtsstern fühlt sich bei Temperaturen um 20 °C am wohlsten. Dabei sollte der Ballen gleichmäßig feucht sein. Die prächtigen Hochblätter der Pflanze halten am längsten, wenn beim Kauf die unscheinbaren echten Blüten noch knospig sind. Die Pflanze ist sehr zugluftempfindlich und darf nicht umgestellt werden

Obst

Baumanstrich

Zum Schutz gegen Frostrisse werden die Baumstämme mit einem Kalkanstrich versehen (selbst anrühren oder gebrauchsfertige Mittel aus dem Handel verwenden). Der Anstrich muss nach Niederschlägen kontrolliert und allenfalls erneuert werden. Besonders an Jungbäumen und frostempfindlichen Obstarten (Marille, Pfirsich, Nektarine), muss der Weißanstrich im Stammbereich und bis in die stärkeren Äste vorgenommen werden.

Obstbaumkrebs

Jetzt im laublosen Zustand der Bäume sind die krebsartigen Wucherungen an Stamm und Ästen gut erkennbar. Da diese Rindenkrankheit fast immer weiter wuchert, muss sie sorgfältig mit Säge und Messer bis in das gesunde Holz ausgeschnitten werden und die Wunde dann mit einem Kupferpräparat zur Desinfektion verstrichen ´werden. Anschließend das sorgfältige Desinfizieren der Arbeitsgeräte nicht vergessen!

 

Obstlager

Gelagertes Obst regelmäßig auf Fäulnis überprüfen und Lagerraum lüften.

Ribisel und Stachelbeeren

Unter Ribisel- und Stachelbeersträucher sind Flachwurzler und sind für eine Lage frischen Kompost dankbar. Auch eine Abdeckung des Wurzelbereiches mit Laub hat den gleichen Nutzen.

Gebündelte Edelreiser

Veredlungsreiser

Wer im Frühling eine Veredlung seiner Obstgehölze plant, muss jetzt Ende Dezember und im Jänner, nach den ersten Frösten, Edelreiser schneiden. Die Reiser werden entweder im kalten Keller in Sand eingeschlagen oder in Foliensäckchen im Kühlschrank aufbewahrt.

Gemüse

Gewächshaus

Nach langjährigem Anbau machen sich im Gewächshaus häufig Mangelerscheinungen an den Gemüsepflanzen bemerkbar. Eine Bodenanalyse schafft hier Sicherheit. Wenn die Bodenuntersuchung auf ausgezehrten Boden hinweist und die Pflanzen zudem mit Pilzkrankheiten zu kämpfen haben, kann ein Erdaustausch die Probleme lösen. Dazu wird die ,,verbrauchte“ Erde etwa spatentief durch frische Gartenerde ersetzt. Die alte Erde lässt sich etwa im Ziergarten unter Sträuchern verteilen.

Gründüngungspflanzen

Wurden im Frühherbst Gründüngungspflanzen wie Bienenfreund (Phacelia) oder Gelbsenf gesät, können sie Anfang des Monats bei offenem Boden am besten mit einer Grabegabel in die Krume eingearbeitet werden. Dort zersetzt sich das organische Material in der Regel bis zum Frühjahr.

Bienenfreund Phacelia

Keimsprossen

Um auch im Winter frisches Grün ernten zu können, sollten jetzt Keimsprossen der verschiedensten Nutzpflanzen angezogen werden. Keimsprossen bringen Abwechslung in den winterlichen Speiseplan. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralien, Proteinen und Kohlenhydraten. Grundsätzlich eignen sich alle Getreidearten, Hülsenfrüchte, Soja, Kresse und viele andere Nutzpflanzen zum Keimen in Anzuchtgefäßen. Bereits nach drei bis sechs Tagen erreichen die meisten Arten ihren vollen Geschmack.

Kompost

Kompostmieten sind mit Folien oder anderen Materialien zu bedecken, damit hohe Winterniederschläge keine Nährstoffe auswaschen bzw. sich im Frühjahr die Rotte nicht in Fäulnis umwandelt.

Saatgut prüfen und nachbestellen

Abgelaufenes Saatgut jetzt mit einer Keimprobe auf Keimkraft prüfen. Bei Zwiebel-, Lauch- oder Schwarzwurzelsaatgut lohnt die Mühe kaum. Es verliert seine Keimkraft schon nach ein bis zwei Jahren.

Unkrautbekämpfung

Vogelmiere (Hühnerdarm) und andere Samenunkräuter kann man auch im Winter bekämpfen. Man streut auf taunasse Pflanzen Kalkstickstoff (etwa 50 g/m²) und erreicht dadurch neben einer Verätzung der Blätter auch eine Verhinderung der Keimung der bereits ausgefallenen Samen.

Stellaria media, „Hühnerdarm“