ARBEITSTIPPS für den NOVEMBER

Stephan T. Waska

Ziergarten

Bambus

Pflanzen Sie keine ausläufertreibende Bambus-Arten (z. B. Phyllostachis)! Die unterirdisch sich ausbreitenden Rhizome können sich meterweit im Garten (und zum Nachbarn) ausbreiten. Horstbildende Arten wie Fargesia bleiben kompakt. Da Bambus immergrün ist, muss er auch im Winter an frostfreien Tagen mit Wasser versorgt werden. Bei starkem Wind können die immergrünen Gräser umknicken. Schutz bietet das Zusammenbinden des Horstes und Abdecken des Bodens mit Laub oder Rindenmulch. Bambus wird nicht zurückgeschnitten. Bambus verjüngt sich, wie alle anderen Gräser, nicht nur aus dem Wurzelstock, sondern auch aus den alten Halmen. Vergilbte Blätter werden im Frühjahr abgeschnitten.

Bambus-Blüte

Gartengeräte- pflegen und warten

Nach dem Säubern werden alle Metall-Teile mit ein wenig Maschinenöl eingerieben. Der feine Fettfilm weist Wasser ab und verhindert die Bildung von Roststellen. Geräte mit scharfen Kanten wie Spaten, Halbmond-Kantenstecher oder Rasenkantenschneider sollen auf ihre Schärfe überprüft und bei Bedarf nachgeschliffen werden. Scheren und Schneidwerkzeuge werden nachgeschärft und ebenfalls eingeölt, damit sie nicht stumpf werden. Locker gewordene Verschraubungen werden festgezogen, dass die Funktionstüchtigkeit wiederhergestellt ist. Verschlissene Einzelteile können beim Fachhändler nachbestellt werden. Rasenmäher und andere Motorgeräte mit Benzinmotor werden vor der Winterruhe möglichst leergefahren. Jetzt ist auch genügend Zeit das Motorgerät zum Service zu bringen.

 

Gartenschlauch

Nach langjährigem Gebrauch des Gartenschlauches kann es sein, dass dieser porös geworden ist. Werfen Sie ihn deshalb nicht gleich in den Müll – er lässt sich noch hervorragend zu einem Regner umfunktionieren. Stechen oder bohren Sie dazu im Abstand von etwa 5 cm etwa 2 mm große Löcher in den Schlauch. Das Ende wird mit einer Schlauchklemme oder Ähnlichem verschlossen und das andere mit einer Kupplung ausgestattet. Zum punktuellen Bewässern legt man den Schlauch auf (etwa entlang einer Hecke) und kann diesen evtl. mit Steinen beschweren, damit er sich durch den Druck nicht selbstständig macht.

Gartenteich

Bevor der erste Frost kommt, sollten Sie letzte Blattreste mit dem Kescher aus dem Wasser entfernen. Damit der Teich nicht zufriert, können Sie ein Bündel Rohrkolbenstängel in Ufernähe schräg ins Wasser stellen, einen Eisfreihalter installieren (Stromanschluss nötig). Lassen Sie abgestorbene Stängel von Sumpfpflanzen bis zum Frühjahr stehen.

Fische können im Teichwasser bei einer Tiefe von mehr als 80 Zentimetern überwintern. Ansonsten müssen sie an einen kühlen Ort im Haus in große Becken umgesiedelt werden.

Gartenvögel optimal füttern

Mit der richtigen Fütterungsstrategie können Vogelfreunde sogar erreichen, dass sich bei ihnen mehr Vögel tummeln als bei den Nachbarn.
Bei der Fütterung von Gartenvögeln sollten die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten der Tiere berücksichtigt werden.
Dann werden die gefiederten Gartengäste möglichst zahl- und artenreich am Futterplatz erscheinen. Wenn das angebotene Futter von den Tieren unangetastet liegen bleibt, liegt der Fehler bei der Futterauswahl bzw. -rezeptur.

Hortensien

Die Hortensien (Ballhortensien) setzen bereits im Herbst ihre Blütenknospen an. Daher sollen die sommerblühenden Gehölze jetzt nicht geschnitten werden. In rauen Lagen können die Pflanzen mit Fichtenreisig geschützt werden. Stirbt die Blütenknospe in strengen Wintern ab, kommt meist die nächst tieferliegende Knospe zur Blüte.

Kamelien

Ausgepflanzte, winterharte Kamelien überstehen kalte Winter nur mit ausreichendem Frostschutz, z.B. durch Schilfmatten oder dickes Vlies. Bei gefrorenem Boden und intensiver Sonneneinstrahlungen vertrocknen immergrüne Gehölze ohne Schutz leicht, weil das über die Blätter verdunstete Wasser nicht über den Boden wieder nachgeliefert werden kann. Gut verpackt können sie Frosttemperaturen bis etwa -20 °C standhalten.

 

Die Kletterspindel (Euonymus fortunei ‚Emerald Gold‘) kann man als kriechenden Bodendecker oder vor Mauern oder Zäunen pflanzen, an denen sie sich selbstständig aufrichtet und anlehnt. Dabei wird sie langsam zwei bis drei Meter hoch. Hübsch sind die entweder weißbunten oder gelbbunten, immergrünen Blätter. Die Kletterspindel ist schnittverträglich und kann zu einer schönen Hecke heranwachsen.

Hecke aus Kletterspindel

Kübelpflanzen

Die in ihre Winterquartiere gebrachten Kübelpflanzen müssen jetzt oft und sehr genau kontrolliert werden, damit sich nicht Schildläuse, Weiße Fliege, Grauschimmel und andere Schädlinge breitmachen können. Eine Gießbehandlung mit einem systemischen Mittel

hält die Pflanze während des Winters schädlingsfrei.

Lilien

Diese wunderschön blühenden Zwiebelpflanzen können jetzt noch gepflanzt werden. Anschließend die Pflanzfläche mit einer Laubschicht abdecken. Im Frühjahr rechtzeitig das Laub entfernen.

Pampasgras

Das Pampasgras, das ursprünglich aus Argentinien stammt, verträgt zwar tiefere Temperaturen, aber keine Nässe, da es Trockenheit gewohnt ist. Daher ist es am besten, wenn der Blattschopf über dem Herz der Pflanze zusammengebunden wird, damit das Regenwasser wie bei einem Dach nach außen abgeleitet wird. Ein zusätzliches Einwickeln mit einer Folie hat sich bewährt. Im Frühjahr wird der Winterschutz entfernt und die abgestorbenen Halme werden weggeschnitten.

Zimmerpflanzen

Azaleen

Sobald sich bei Azaleen die ersten Blütenknospen zeigen, kann es passieren, dass das Laub der Pflanze abfällt. Meist ist das ein Zeichen von Wassermangel, wobei das Balleninnere austrocknet und Blattwurf die Folge ist. Wichtig ist es dann, den Topf für mindestens 20 Minuten in handwarmes, weiches Wasser zu stellen und dann regelmäßiger zu gießen. Für die Blüte ist ein kalihaltiger Blumendünger wichtig. Können die Wurzeln nur geringe Mengen an Kali aufnehmen, entzieht die Pflanze den Kali-Vorrat aus den Blättern, die sich dann von der Spitze her lilabraun färben und ebenfalls abfallen. Im Handel gibt es dafür spezielle Rhododendron- und Azaleendünger zu kaufen.

Licht

Die Tage werden immer kürzer, wir sollten die Zimmerpflanzen möglichst nahe zum Licht, zum Fenster stellen. Aber Vorsicht, die Pflanzen dürfen nicht an das kalte Glas anstoßen, die Blätter würden es sehr übelnehmen. Da die Fensterbank meist kalt ist, sollen unter die Töpfe Polystyrol Platten oder Holzleisten als Abstandshalter gegen „kalte Füße“ gelegt werden.

Luftwurzeln nicht abschneiden

Das Fensterblatt (Monstera) ist eine anspruchslose, aber äußerst beeindruckende Pflanze, Die langen, oft störenden Luftwurzeln sollten nicht entfernt, sondern in den Topf gelenkt werden. Sie sind für die Nährstoffaufnahme und eine ergänzende Wasseraufnahme lebenswichtig.

Daher dürfen sie keinesfalls entfernt werden. Stecken Sie bei Monstera die Enden der Luftwurzeln in die Erde. Sie bilden sich zu wasser- und nährstoffaufnehmenden Wurzeln um.

Ritterstern

Die Amaryllis (Hippeastrum) blühen um Weihnachten, wenn die Zwiebeln jetzt bis zur Hälfte in einen schmalen Topf gepflanzt werden. Nach der Pflanzung darf erst mit dem Erscheinen des Blütentriebes gegossen werden, sonst entwickeln sich nur Laubblätter.

Ritterstern

Obstgarten

Baumschnitt

Robuste 0bstgehölze können bei frostfreier Witterung bzw. während leichter Fröste geschnitten werden.

Empfindlichere wie Pfirsich, Nektarine, Marille, Wein, Kiwi oder Brombeere werden erst im Frühjahr eingekürzt. Die abgetragen Fruchtruten der Brombeere können jedoch jederzeit entfernt werden.

Leimringe

Die an Bäumen angebrachten Leimringe müssen regelmäßig kontrolliert werden. Um die Klebefähigkeit zu erhalten, alle Verunreinigungen wie etwa daran haftende Blätter entfernen, damit die Frostspannerweibchen nicht in die Baumkronen zur Eiablage wandern können.

Schützender Weißanstrich

Besonders für junge Bäume macht es Sinn, die Stämme zu kalken. Durch die weiße Farbe erwärmt sich das Holz weitaus weniger während in milden Wintertagen die Sonne dunkle Stämme aufheizt. Die zwangsläufig folgenden tiefen Nachttemperaturen führen dann nicht mehr zu so starken Schwankungen, sodass das Aufreißen der Rinde stark vermindert wird. Ein Kupferzusatz zur Farbe als Vorbeugung gegen Rindenkrankheiten erscheint sinnvoll.

Himbeeren noch mulchen

Für Himbeeren sind Oktober und November die beste Pflanzzeit. Sie bevorzugen einen windgeschützten Platz und leicht sauren Boden. Als Waldpflanze lieben sie gute Bodenbedeckung von Laub, Kompost und anderen Mulchmaterialien. Diese können jetzt noch ausgebracht werden, da sie den Wurzeln langfristig Schutz vor Kälte bieten. Zudem trocknet der Boden unter der Mulchschicht auch in längeren Trockenperioden nicht so rasch aus. Da die sommertragenden Sorten am zweijährigen Holz fruchten, werden die Ruten nach der Ernte dicht am Boden abgeschnitten und die Schnittstelle wird mit der Mulchdecke abgedeckt, um der Rutenkrankheit, einem gefürchteten Pilz, vorzubeugen.

Rutenkrankheit der Himbeere

Lagerung

Eingelagertes Obst sollte häufig auf faulige Früchte überprüft werden. Die Haltbarkeit von Äpfeln kann durch Einsprühen mit Zwiebelschalen- oder Schachtelhalmtee verdoppelt werden.

Fallobst aufsammeln

Fallobst, das nicht verarbeitet werden kann, immer aufsammeln, da sich sonst sehr schnell Mäuse im Obstgarten einfinden.

Fruchtmumien

Wenn die Obstbäume ihr Laub verloren haben, lassen sich Fruchtmumien gut entfernen. Dadurch reduziert sich der Infektionsdruck im nächsten Frühjahr.

Fruchtmumien

Unkrautbekämpfung

Über den Winter sollte die Baumscheibe oder der Baumstreifen unbedingt frei von Unkrautbewuchs sein. Sobald der Baumstreifen aber frei ist, haben die Feld- und Wühlmäuse keine Deckung, und besiedeln den Wurzelbereich etwas weniger gerne.

Ein weiterer wesentlicher Grund für einen freien Baumstreifen ist die raschere Erwärmung des Bodens im Frühjahr. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen benötigt der Baum Wasser und Nährstoffe, die er aus einem beschatteten und daher kalten Boden nur sehr langsam nachgeliefert bekommt.

Gemüsegarten

Gemüsebeete

Vergessen Sie nicht, nach dem Abernten die Beet Belegung der vergangenen Saison zu dokumentieren, da Sie sonst Probleme haben, die Fruchtfolge zu planen.

 

Bodenuntersuchung

Der November ist sehr gut geeignet, um Bodenproben für eine Bodenuntersuchung zu nehmen. Im Garten sollte regelmäßig eine Bodenuntersuchung durchgeführt werden. Grunduntersuchungen geben Aufschluss überverfügbare Nährstoffe im Boden (P, K, Mg), pH-Wert und Bodenart.

Chinakohl

Noch im Freiland stehender, erntereifer Chinakohl ist vor Nachtfrösten unter -3 bis -5 °C zu ernten und einzulagern.

Chinakohl „Tabaluga“

Winterfestes Gemüse

Gemüse, das im Freien bleibt – Spinat, Vogerlsalat, Winterzwiebeln etc. – erhält eine Abdeckung mit Vlies oder Insektennetzen. Sowohl austrocknende Winde als auch Hasen, Vögel usw. werden dadurch abgehalten.

Knollensellerie

Knollensellerie legt im Herbst noch einmal kräftig an Gewicht zu. Das Gemüse muss vor den ersten Nachtfrösten bei trockenem Wetter geerntet werden. Die Blätter werden abgedreht. Zur Lagerung Wurzeln und Schmutz entfernen und die Knollen im Keller in Kisten einschlagen.

Kren

Wenn an Krenpflanzen die Blätter abgestorben sind, kann mit der Ernte begonnen werden. Die Wurzeln ausgraben, die dünneren Seitenwurzeln (Fechser) abtrennen. Sie werden im Winter kühl in feuchtem Sand gelagert, bis man sie im nächsten Frühjahr wieder auspflanzen kann.

Krenwurzel mit „Fechser“

Sprossenkohl

Ab Ende Novemberbeginnt die Ernte von Sprossenkohl. Wenn man die Röschen von unten nach oben pflückt, wachsen die Knospen darüber besser nach. Dadurch kann die Erntezeit verlängert werden. Nach Frosteinwirkung geerntete Sprossen schmecken besser.

Erntereifer Sprossenkohl

Vogerlsalat

Vogerlsalat ist erntereif, wenn die Rosetten gut ausgebildet sind, aber noch kein Blattstielansatz sichtbar ist. Vor angesagten Schneefällen soll der Salat mit Vlies abgedeckt werden, damit er weiter geerntet werden kann.

Eine Vliesauflage verhindert auch, dass der Vogerlsalat nach langen Frostperioden Trockenschäden zeigt. Sie entstehen dadurch, dass die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden kein Wasser aufnehmen können.