ARBEITSTIPPS für den APRIL

Stephan Waska

 

 

Ziergarten

 

Spätfrostschutz

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass man zum Schutz vor eventuellen Nachtfrösten immer noch Tannenreisig, Säcke oder alte Zeitungen zum Abdecken bereithalten soll.

 

Balkonkästen

In wenigen Wochen kann die Auspflanzung von Sommerblumen in Balkonkistchen und

Pflanzgefäßen beginnen. Die Kisterlerde vom Vorjahr ist ausgelaugt und soll unbedingt entfernt werden. Sie kann im Garten zur Bodenlockerung verwendet werden oder kommt auf den Kompost.

Wichtig ist, dass die Balkonkästen nicht zu früh mit Sommerblumen bepflanzt werden – noch immer sind Nachtfröste möglich. Es hat sich trotz frühem Eintritt des Frühlings bewiesen, dass Sommerblumen erst nach den „Eisheiligen“ gepflanzt werden dürfen.

Blumenerde wird in größeren Säcken für Blumenkistchen angeboten. Eine bessere Zusammensetzung weisen teurere Erden (Substrate) auf. Hier ist noch mehr an Naturbestandteilen wie Ton und gut verrotteter Kompost enthalten.

 

Blumenwiese

Auf Gartenflächen mit intensiver Nutzung ist ein klassischer Rasen oft die beste Wahl. Damit wir aber die selten gewordenen nützlichen Insekten wie Hummeln, Wildbienen fördern können, wird einem ungestörten Eck eine bunte Fläche, die nur wenig Pflege braucht – eine Blumenwiese angelegt! Die besten Aussaatzeiten sind April bis Juni.

 

Mähen von Blumenwiesen

Richtig betreut kann eine Blumenwiese sehr lange Freude bereiten!

Die erste Mahd einer mehrjährigen Blumenwiese erfolgt im Herbst, sobald die Blütezeit vorbei ist. Zur Bestandsauffrischung kann ab dem zweiten Standjahr nach der Mahd mit der gleichen Blühmischung nachgesät werden

 

Bodendecker

Wenn es bisher noch nicht geschehen ist sollten jetzt die Bodendecker von abgefallenem Laub und Ästen befreit werden. Anschließend wird mit dem Sträucher- und Staudendünger oder mit Hornspänen, Rizinusschrot oder Kuhmist in Pellets gepresst gedüngt. Schon Anfang April sollen Johanniskraut, Bodendeckerrosen und Fünffingerstrauch um 2 Drittel zurückgeschnitten sein. Die Pflanzen werden dadurch üppig, dicht und blühen doppelt so schön.

Ab jetzt können neue Flächen mit Bodendeckern bepflanzt werden, lassen Sie sich von unseren Gärtnern beraten.

 

Dahlien schon vortreiben

Diese frostempfindlichen Knollen müssen jedes Jahr frisch gepflanzt werden. Günstig ist es, die Knollen in einem Kübel mit durchlochtem Boden vorzutreiben. Ab Mitte April werden die trockenen Wurzelknollen einen Tag lang in Wasser gelegt und dann in den Topf in Erde gepflanzt. Die Erdschicht über dem Wurzelhals soll mindestens 5 cm hoch sein. Zunächst wird ein warmer Standort gewählt, die Erde feucht gehalten. Sobald die Triebe sichtbar sind, kommt die Pflanze ans Licht. Bis Mitte/Ende Mai entwickeln sich kräftige Pflanzen und können in den Garten ausgepflanzt werden.

 

Gartenteich

Das Wasser im Teich noch etwas mehr Wärme, damit sich die Pflanzen entwickeln können. Das restliche Laub, das oft erst mit den Frühjahrsstürmen von den Bäumen gefegt wird, muss aus dem Wasser gefischt werden, bevor es sich am Teichboden ablagert und dort zu verfaulen beginnt.

Wenn frisches Wasser nachgefüllt werden muss, langsam das Wasser einlassen. Der pH-Wert des frischen Wassers kann man dabei absenken, indem gepresster Torf im Sack oder als Würfel in den Teich versenkt wird. Alle weiteren Arbeiten können auf ein wärmeres Wetter warten.

 

Gladiolen

Ab Mitte April kann man schon Gladiolenknollen etwa zehn Zentimeter tief in die Erde legen. Sorten, die sehr hochwachsen, sollten eine Stütze für ihren Blütenstiel bekommen, damit sie später nicht umknicken. Wer die Knollen zeitversetzt pflanzt, kann sich an einer verlängerten Blütezeit erfreuen.

 

Hecken

Für die hier verbliebene und zum Teil schon frisch angekommene Vogelschar sind Hecken ein willkommener Schutz und Treffpunkt. Um ihnen die Möglichkeit des Nestbaues zu geben, sollen Hecken entweder jetzt sofort – in den ersten Apriltagen – oder erst Ende Juli geschnitten werden. Damit Hecken in Bodennähe nicht verkahlen, sollen sie immer trapezförmig geschnitten werden.


Trapezförmiger Heckenschnitt

 

Für immergrüne Hecken ist nun die beste Pflanzzeit. Bei bereits bestehenden Hecken beginnt die Bodenpflege durch Bodenlockerung, Unkrautentfernung und Düngung.

 

Kübelpflanzen

Bereits Anfang April ist der Standort der Kübelpflanzen heller, wärmer und bei viel frischer

Luft zu wählen. Es kann ausgelichtet, zurückgeschnitten und wenn nötig umgetopft werden.

Natürlich ist es von Vorteil, wenn die Pflanzen schon etwas abgehärtet sind, bevor sie ins Freien gestellt werden. Sind sie zu weich, bekommen die Blätter einen Sonnenbrand. Also Sie das Winterquartier so oft wie möglich lüften und bei Plus-Graden auch in der Nacht die Fenster geöffnet lassen.


Ficus carica, Feige

 

Bei Temperaturen über 5 °C dürfen Oleander, Oliven, Feigen ohne Blätter, echte Lorbeerbäume, Seidenbaum, Mimosen, Kamelien und Palmen schon ins Freie. Ab Mitte April folgen schon abgehärtete Pelargonien, Orangen, Zitronen, Feigen mit Blättern, Mandevilla und Enzianbaum, und Ende April der Rest. Aber bei drohender Frostgefahr muss alles wieder schnell eingeräumt werden.

 

Rasen

Der Rasen wird zuerst abgerecht, von abgefallenen Ästen und Laub befreit. Dann wird er zum ersten Mal gedüngt! Verwendet wird ein guter Rasendünger mit Langzeitwirkung.

Vertikutiert wird der Rasen erst nach dem zweiten oder dritten Schnitt.

 

Rasenneusaat

Da der Boden meist noch zu kalt für ein rasches Keimen des Saatgutes ist, wird erst im Mai gesät.

 

Regenwassertonnen

Damit gutes Gießwasser immer zur Verfügung steht werden schon jetzt die Regenwassertonnen wieder aufgestellt.

 

Obstgarten

 

Baumscheibe

Schon frühzeitig soll auf eine unkrautfreie Baumscheibe geachtet werden, besonders wenn Obstbäume im Rasen stehen. Hier kommt es vor allem bei frisch gepflanzten Bäumen immer wieder zu einer Wasser- und Nährstoffkonkurrenz durch Unkräuter und Gräser.

 

Baumschnitt

Grundsätzlich ist der Baumschnitt nun beendet. Nur stark wachsende Obstbäume werden jetzt zielführend geschnitten. Zu diesem Zeitpunkt sind schon reichlich Reservestoffe in den oberen Astpartien, die durch den Schnitt entfernt werden. Dadurch kommt es zu einem schwächeren Austrieb. Empfehlenswert ist das Auslichten ganzer Astpartien, die die Krone zu dicht werden lassen. Verbleibende einjährige Triebe werden nicht eingekürzt, sondern in eine möglichst waagrechte Lage gebunden.

 

Blattdünger

Bei Trockenheit im Frühjahr kann es kurzfristig zu Versorgungsengpässen von Stickstoff im Baum kommen. Mit Blattdüngergaben (Harnstoff, 0,5%) können diese Stressphasen überbrückt werden.

 

Blattläuse

Alle am Apfel vorkommenden Blattlausarten schlüpfen kurz vor oder während der Blüte. Wird der Befall erst richtig sichtbar, z.B. durch sich kräuselnde Blätter, ist es für eine Bekämpfung fast zu spät. Leicht erkenn kann man einen Befall dadurch, dass Ameisen am Stamm auf- und ablaufen. Bei Feststellen von Befall eine Kurz-Vorblüte- Spritzung mit Neem Azal durchführen. Sind die Blattläuse bereits ausgewachsen und beginnen mit der Kolonienbildung, ist die Bekämpfung außerordentlich schwierig.


Apfelblattlaus

 

Feuerbrand

Während der Blüte von Birne, Apfel und Quitte kann es zu Infektionen durch den Feuerbrand kommen. Sie sind erkennbar an welkenden oder braun bis schwarz verfärbten Blütenbüscheln. Verdächtige Triebe sofort entfernen! Da auch Pseudomonas- und Moniliabefall ähnliche Symptome hervorrufen kann, muss im Zweifelsfall den Pflanzenschutzdienst zu Rate gezogen werden.

 

Erdbeeren

Bei Erdbeeren kann man ab Mitte April beginnen, Stroh zwischen den Reihen einzulegen als Schutz gegen das Verschmutzen der Früchte mit Erde. Dies reduziert auch deutlich den Befall mit Fruchtfäulen.

 

Obstbäume und Beerenobst pflanzen

Im April ist die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Obstbäume. Pfirsiche, Weinreben und Nussbäume kommen nur im Frühjahr in den Boden. Nur veredelte Nussbäume pflanzen. Sie bilden nicht so große Kronen, kommen früher in den Ertrag und haben größere, dünnschalige Nüsse. Vor der Pflanzung wird ein Wurzelschnitt und ein Rückschnitt der Kronentriebe vorgenommen. Sie wurzeln besser an und treiben willig durch. Vor der Pflanzung werden wurzelnackte Gehölze mehrere Stunden gewässert, dann rasch gepflanzt und anschließend gut eingegossen.


Pfropfung hinter die Rinde

 

Umveredeln von Obstbäumen

Edelreiser, die im Winter geschnitten und frostfrei gelagert wurden, können in den nächsten Wochen gepfropft werden. Eine Veredlung kann erst erfolgen, sobald sich die Rinde löst. Voraussetzungen für das Gelingen ist, dass die Bäume noch nicht zu alt, vital und vor allem, dass sie gesund sind.

Den Ast, der umveredelt werden soll, vorerst etwas höher abschneiden und knapp vor der Veredelung nochmals nachschneiden, um auf einen frischen Schnitt zu veredeln. Bei größeren Bäumen müssen einige ,,Zugäste“ belassen werden. Sie verhindern, dass das Edelreis von einem zu starken Saftdruck „ersäuft“ wird. Am Edelreis wird ein Kopulationsschnitt durchgeführt, am Stamm wird die Rinde senkrecht eingeschnitten, die Rinde gelockert, und das Edelreis hinter die Rinde geschoben. Wichtig ist, dass das Kambium von Baum und Edelreis an einer möglichst großen Fläche überlappt. Gutes Verbinden und Verstreichen verhindert das Eindringen von Wasser und Holzkrankheiten.

 

Gemüsegarten

 

Aussaat

Präzise Saatreihen gelingen leicht, wenn man sie entlang von gespannten Schnüren oder Brettern zieht. Diese Geradlinigkeit erleichtert später das Hacken und Vereinzeln im Beet.

 

Einfacher und schneller ist die Kantholzmethode. Wie im Bild gezeigt, drückt man die Kante einer Leiste (je nach Bedarf 1 bis 2 m lang) in das Saat Bett und erzielt damit eine gerade Saatreihe.


Kantholz für gerade Reihen

 

Frostschutz

Zum Schutz vor Frost und zur Ernteverfrühung sollten alle im Laufe des Monats gesäten und gepflanzten Gemüsearten mit Vlies bedeckt werden.

 

 

Kräuter

Jetzt ist Pflanzzeit für mehrjährige Kräuter wie Thymian, Salbei, Oregano, Minze, Melisse und Bohnenkraut. Auch für Schnittlauch und Knoblauch ist jetzt Pflanzzeit. Petersilie, Dill, Kerbel und Kresse können nun direkt ins Beet gesät werden.

 

Maulwurfsgrillen

Die Werren (Zwergl, Maulwurfsgrillen) verlassen im März/April ihr Winterquartier. Sie fressen tagsüber vom unterirdischen Gangsystem Wurzeln an und benagen Wurzelhälse. Junges Wurzelgemüse ist besonders gefährdet. Eine biologische Bekämpfung ist das Erstellen einfacher Fallen. Man legt etwa 10 cm hohe Leisten sternförmig zu einer Falle. Dies ist ein etwa 15 cm hohes, glattwandiges Gefäß, das bodeneben eingegraben wird. Die nachts an die Bodenoberfläche kommenden Tiere laufen entlang der Leisten, fallen in das Gefäß und können vernichtet werden. Maulwurfsgrillen sind gefräßige Bodenschädlinge, die sich in warmen, tiefgründigen Böden bevorzugt aufhalten.


Maulwurfsgrillenfalle

 

Karotten

Möhren bzw. Karotten lassen sich problemlos früh aussäen, da sie bereits ab Temperaturen von 2 bis 3 °C keimen. Temperaturen von mehr als 9 °C verkürzen die Keimdauer jedoch wesentlich, weshalb es sich empfiehlt, frühe Aussaaten bis Mitte April mit Vlies, Schlitz- oder Lochfolie zu bedecken, Diese Maßnahme erhöht zudem die Auflaufrate. Eine Abnahme der Bedeckungen erfolgt erst, wenn nachts keine Spätfröste mehr zu erwarten sind und es am Tag unter den Materialien wärmer als22 °C wird. Zum Erzielen gerader Karotten hat sich das Säen auf Dämmen sehr bewährt. Mit einer Haue werden 20 cm hohe Dämme im Abstand von 30 cm aufgezogen. Auf der abgeflachten Dammkrone wird eine Saatrille so gezogen, dass die Samen 2 cm tief abgelegt werden können. Nach dem Bedecken der Samenkörner sorgt das Andrücken für einen guten Kontakt zwischen Saatgut und Boden.

 

Pastinaken

sind robuster als Karotten und bewähren sich in recht schwerem und feuchtem

Boden besser als jene. Auch auf stark humushaltigen Böden gedeihen sie hervorragend.

Obwohl sie frosthart sind, nimmt man die langen Wurzeln vor dem Winter aus dem Boden und hebt sie im kühlen Keller oder Frühbeet auf.

 

Sprossenkohl

Von Anfang bis Mitte April kann Sprossenkohl in ein Saatbeet ausgesät werden. Als Jungpflanze wird er Anfang Juni in das Gemüsebeet umgesetzt.

Paradeiser

Im Laufe des Monats werden zuerst im beheizten, später im unbeheizten Kleingewächshaus Paradeiser gepflanzt. Zunehmend sind auch veredelte Paradeiser im Angebot. Die für die Veredlung verwendeten Unterlagen sind in der Regel wüchsiger, d.h. ihr Wurzelwerk ist üppiger und bewirkt, dass die darauf stehende Sorte stärker wächst. Der stärkere Wuchs führt zu einer üppigeren Laubentwicklung, einem längeren Haupttrieb und einem höheren Ertrag. Für die Pflanzung von Tomaten und Gurken ins Kleingewächshaus sollte die Bodentemperatur mindestens 10, besser 12 bis 14 °C betragen.

Rainfarn-Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia)

zählt zu den besten Gründüngungspflanzen, die es derzeit gibt. Sie wächst rasch und bedeckt somit in Kürze den Boden und lockert ihn tiefgründig auf. Nährstoffe werden durch die Pflanze gebunden und nicht ins Grundwasser ausgewaschen. Zudem finden Nützlinge ausreichend Unterschlupf. Der Bienenfreund, wie der Name schon verrät, wird stark von Bienen angeflogen und versorgt sie mit Nahrung. Wenn freie Beete vorhanden sind, ist es besser, auf diesen Phacelia anzubauen, damit die Bodenstruktur erhalten und der Boden vor Erosion geschützt bleibt.


Phacelia-Bienenfreund