ARBEITSTIPPS für den SEPTEMBER

Stephan T. Waska

ZIERGARTEN

Stauden und Einjährige Sommerblumen

Nach der Blüte wollen Stauden und Sommerblumen Samen ausbilden. Das mindert aber die Kraft der Pflanze. Durch Abzupfen des Blütenrestes von Sommerblumen zwingt man die Pflanze vielfach zur weiteren Blütenbildung. Bei Stauden kann durch das Entfernen der Blütenstängel die Stärkung der Staude für die nächste Saison gefördert werden.

Einjährige Sommerblüher wie beispielsweise Kornblume, Klatschmohn oder Ringelblume können bereits im Herbst ausgesät werden. Dadurch blühen sie früher als die Frühjahrssaaten. Die Samen werden vorsichtig mit dem Rechen in die Erdoberfläche eingearbeitet.

Bambus

Bei ausläufertreibenden Bambusarten werden jetzt rundherum mit einem 30 cm tiefen Graben alle Ausläufer entfernt, damit diese Wucherstaude sich nicht in alle Richtungen verbreiten kann. Gleichzeitig wird eine Ausläufer-Sperre aus Blech in den Graben eingebaut. Dachpappe oder Teichfolie wird von den Spitzen der Ausläufer spielend leicht durchstoßen!

Bambus – Rhizomsperre

Blumenzwiebeln für das Frühjahr

Damit sie noch richtig vor dem Winter einwurzeln können, werden Die Zwiebel von Lilien und Kaiserkronen schon jetzt 15 bis 20 cm tief gepflanzt. Bei lehmigen Böden empfiehlt es sich, unter der Zwiebel eine etwa 5 cm hohe Kiesschicht als Drainage zu legen.

Alle anderen Blumenzwiebeln und Knollen für die Frühjahrsblüte werden erst im Oktober gepflanzt.

Buxus

Wenn der Buxus alle bisherigen Angriffe durch den Buchsbaumzünsler bisher überstanden hat, soll er jetzt an trüben Tagen mit einem Formschnitt wieder zu gefälligem Aussehen gebracht werden. Die dabei angeschnittenen Blätter vertrocknen in der nächsten Zeit und müssen dann abgezupft werden.

Düngung

Auch wenn jetzt im Fachhandel Herbstdünger angeboten wird, soll davon nicht Gebrauch gemacht werden. Aber eine Düngung mit 2 – 3 kg Patentkali pro 100 m² stärkt Rasen, Stauden und Sträucher für den kommenden Winter.

Gartenteich

Mit einem feinmaschigen Netz wird der Gartenteich vor herabfallenden Blättern geschützt. Diese entziehen dem Wasser Sauerstoff, was sich schädlich auf die im Teich lebenden Tiere auswirken kann.

Nun können Wasserpflanzen im Gartenteich ausgedünnt werden. Dabei für kurze Zeit die ausgerissenen Pflanzen am Teichrand liegen lassen. So können Kleintiere den Weg zurück ins Wasser finden.

 

Kübelpflanzen

Die Kübelpflanzen sind jetzt noch immer in ihrer absoluten Höchstform und protzen mit Blüten, Duft und Fruchtansätzen. Sie haben die letzten heißen Wochen des Sommers zum Großteil gut überstanden und genießen den schönen „Altweibersommer“.

Noch bevor die Nachttemperaturen unter 5° C sinken, sollten Kübel mit Zitruspflanzen in ihr helles, trockenes und luftiges Winterquartier gebracht werden. Zitronen blühen und fruchten im nächsten Jahr nur dann, wenn sie über den Winter so hell wie möglich aufgestellt werden. Die Überwinterungstemperatur darf nicht unter 10° C sinken.

Pfingstrosen

Pfingstrosen haben Rhizome oder Wurzelknollen, die sich wie Blumenzwiebeln verhalten. Sie bilden die Nährstoffe in den Blättern und transportieren diese im Herbst in die Rhizome. Das heißt, dass man das Laub nicht im grünen Zustand abschneiden darf.

Stauden-Pfingstrose

Schnecken

Im Herbst finden sich unter Laub- und Mulchdecken sowie aufgelegten Brettern Schneckengelege mit bis zu 200 kleinen weißen Kugeln. Wenn man jetzt bei der Gartenarbeit die Gelege der ungeliebten Plagegeister entfernt, kann die Anzahl der gefräßigen Schnecken für das kommende Jahr etwas reduziert werden. Wenn man die Schneckeneier frei liegen lässt, vertrocknen sie oder werden von Vögeln gefressen.

Schneckeneier

OBSTGARTEN

Apfelwickler Bekämpfung

Die an den Stämmen der Apfelbäume angebrachten Wellpappringe sollten bis Ende September abgenommen werden. Die darin oder darunter angesponnenen Apfelwicklerraupen sind zu entfernen. Früchte mit Wurmbefall sind bei der Ernte ebenfalls auszusortieren und zu vernichten. Dadurch lässt sich der Befallsdruck für die nächste Saison verringern.

Apfelwickler-Larve

Brombeeren

Bei Brombeeren nach Beendigung der Ernte die abgetragenen Ruten abschneiden und die langen Seitentriebe an den jungen Trieben bis auf einige Augen zurückschneiden.

Dirndlernte

Jetzt können die fast dunkelroten Kornelkirschen geerntet werden. Im fast überreifen Zustand sind die Früchte des Wildobstes süßer und weicher. Dazu legt man unter den Strauch eine Folie und schüttelt dann fest. Auch die Steine lösen sich besser vom Fruchtfleisch.

Mit der Leiter nur zu zweit!

Obstbäume sind nach ein paar Jahren oft so hoch, dass man bei der Ernte nicht mehr so einfach an alle Früchte herankommt. Auch mit Hilfsmittel wie Pflückstangen kann man manchmal nicht alle Früchte erreichen. Dann hilft meist nur noch eine Leiter. Sind also bei der Obsternte Leitern im Spiel, weil die Bäume so hoch sind, sollte nur zu zweit gearbeitet werden. Eine Person sichert dabei die Leiter, die zweite arbeitet im Baum und pflückt. Stürze von Leitern gehören im Garten wie im Haushalt zu den häufigsten Unfallursachen. Ist man zu zweit, lassen sich viele Gefahren ausschließen.

Fallobst

Fallobst ist oftmals von Maden befallen und sollte täglich aufgesammelt werden. Dadurch wird verhindert, dass Obstmaden abwandern und neue Früchte befallen. Nicht verwertbares Fallobst soll nicht auf den Kompost gelangen, sondern über die Mülltonne entsorgt werden

 

Leimringe

An den Obstbäumen, müssen jetzt Leimringe angebracht werden. Sie unterbinden das Aufwandern des Frostspannerweibchens zur Eiablage. Der Leimring muss dicht anliegen, damit das flugunfähige Weibchen nicht durch Rindenrisse den Ring unterwandern kann.

Obstlager

Im September reift das erste Lagerobst heran.  Daher soll der Lagerraum daher nochmals inspiziert werden. Die Lüftungsöffnungen sind vor Nagern und Insekten zu sichern. Dazu nagelt man am besten haltbare Fliegengaze auf die Rahmen, die anstelle der Fenster zum Dauerlüften eingesetzt werden. Das Lagerinventar kann nochmals mit Sodawasser (5 %) desinfiziert werden.

GEMÜSEGARTEN

 

Aussaat

Abgeerntete Beete können auch jetzt noch mit Kulturen wie Radieschen weitergenutzt werden.

Vogerlsalat

Vogerlsalat, der jetzt ausgesät wird, kann bis in den Winter hinein geerntet werden. Sehr einfach erfolgt dies mit Saatbändern.

Für die Aussaat ist ein feinkrümeliges Saatbeet herzurichten, um dann 50 g Hornmehl /m² oder 40 g eines Volldüngers /m² einzuarbeiten. Die Saattiefe sollte 0,5 bis 1 cm betragen. Damit das Saatgut gleichmäßig tief abgelegt werden kann, ist der Boden vor dem Ziehen der Reihen oder der Saat zu walzen oder anderweitig anzudrücken. Der Reihenabstand sollte 10 bis 15 cm betragen. Bei 15 cm Abstand lässt sich später auflaufendes Unkraut besser entfernen und der Boden besser lockern. Angießen, schattieren und gut feucht halten bis zur Keimung sind entscheidend für ein gleichmäßiges Auflaufen der Samen

Frisch geernteter Vogerlsalat

Karfiol

Ende September muss man den noch nicht voll entwickelten Karfiol vor Frühfrösten schützen.

Wenn Nachtfröste zu befürchten sind, überbaut man ihn am besten mit Folie oder Vlies. Dazu kann man auch die im Frühjahr verwendeten transportablen Folientunnel bzw. -zelte verwenden.

Kartoffeln

Spätestens Ende September sollten die letzten Kartoffeln geerntet werden. Die Knollen am besten an einem sonnigen Herbsttag ausgraben, noch zwei bis drei Stunden auf dem Beet zum

Trocknen liegen lassen und anschließend in einem dunklen, frostfreien Raum lagern.

Porree

Für lange, helle Lauchstangen wird jetzt das Wintergemüse nochmals angehäufelt.

Kohl

Damit der Kohl bis zum Frostbeginn recht viel Blattmasse entwickeln kann, erhält er im September nochmals eine Stickstoffdüngung. 0,2 %ige Düngerlösungen (20 ml in 10 l Wasser) sind besser als trocken ausgestreuter Dünger. Mit ihnen erhält der Kohl auch gleich das erforderliche Wasser, das die Nährstoffe wirksam macht.

Kürbis

Die Kürbisfrüchte sind gegen Nachtfröste, die schon in der zweiten Septemberhälfte auftreten können, sehr empfindlich. Man muss sie also ernten, sobald Nachtfrostgefahr besteht. An einem frostfreien luftigen Ort reifen sie nach und halten sich dort bis etwa Dezember. Laufende Kontrolle ist aber notwendig, damit keine Fäulnis auftritt.

Kürbis – Ausstellung

Rhabarber

Sobald die Blätter des Rhabarbers gelb werden, kann man ihn teilen und verpflanzen.

Alte Wurzelstöcke werden so geteilt, dass jedes Teilstück mindestens einen starken Kopf hat.

Vor dem Pflanzen des Rhabarbers muss die Pflanzstelle möglichst zwei Spatenstiche tief umgegraben und mit reichlich Humus versehen werden. Der Humus darf aber nur in die obere Schicht eingearbeitet werden. Die Knospen der Rhabarberpflanzen dürfen höchstens 3 cm mit Erde bedeckt werden. Anschließend ist reichlich zu wässern.

Beim Pflanzen des Rhabarbers muss man daran denken, dass er sehr viel Blattmasse entwickelt. Darum müssen die Pflanzen einen Abstand von etwa 1,5 x 1,5 m erhalten. Rhabarber kann bis zu 10 Jahre auf demselben Platz stehen bleiben.

Zwiebel

Die gepflanzten und die gesäten Zwiebeln sind im Laufe des Septembers zu ernten.

Sind die Schlotten (Blätter) nach regenreichen Sommern noch grün, hebt man die Zwiebeln mit der Grabegabel etwas an. Dadurch zerreißt ein großer Teil der Wurzeln, und die Reife wird beschleunigt. Das oft angewandte Niedertreten der Schlotten ist auf keinen Fall zu empfehlen. Nach dem Abtrocknen der Schlotten werden die Zwiebeln endgültig herausgehoben und an einem schattigen, frostfreien Platz gelagert.