ARBEITSTIPPS für den MÄRZ

Stephan Waska

Ziergarten

Balkonblumen im Frühjahr

Man kann schon jetzt im Vorfrühling auf dem Balkon wunderbar mit Farben experimentieren. Stiefmütterchen, Bellis und Primeln bieten bereits im Frühling eine große Farbenvielfalt. Natürlich haben die Frühlingsblumen etwas andere und meist nicht so intensive Farben wie die Sommerblumen, doch erste bunte Blumen am Balkon machen Freude.

Stängellose Schlüsselblume

Kübelpflanzen

Überwinterte Kübelpflanzen müssen jetzt auf Schädlinge und Krankheiten kontrolliert werden. Dazu stellt man sie an frostfreien Tagen absonnig ins Freie, überprüft sie und putzt alles Abgestorbene sorgfältig aus. Bis am Abend können die Pflanzen frische Frühlingsluft genießen, aber dann müssen sie wieder eingeräumt werden. Bis zu den Eisheiligen besteht immer noch Frostgefahr!.

Knollenbegonien

Falls nicht schon im Februar geschehen, sollen nun eingelagerte Knollen von Begonien in Töpfe gepflanzt werden und zum Treiben an das warme Zimmerfenster gestellt werden. Die leicht eingebuchtete Stelle der Knolle ist die Oberseite mit den neuen Trieben.

Knollenbegonien

Baumschnitt

Zierbäume werden jetzt im März geschnitten. Alle nach innen wachsende Äste, die Licht abhalten und sich gegenseitig berühren, werden herausgeschnitten. Sonst muss die Grundform des Baumes berücksichtigen. Eine Kugelakazie wird anders geschnitten als eine Linde. Nadelgehölze werden wenig bis gar nicht geschnitten, außer in Hecken oder bei Gartenbonsais.

Wichtig ist der Richtige Schnitt von Ästen, die nicht mehr mit der Garten- oder Astschere geschnitten werden können. Bei der Entfernung stärkerer Äste muss mit mehreren Schnitten der unnötige Ast abgeschnitten werden.

Durch das Gewicht eines Astes kann es bei falscher Schnittfolge zu hässlichen Rindenschäden kommen. Wird der Ast nur einseitig abgeschnitten, bricht er im letzten Moment ab und meist reißt dann die Rinde ein kürzeres oder längeres Stück ein.

Damit dies nicht passiert, wird der Ast – je nach Durchmesser etwa 10 bis 20 cm von der nächsten Gabelung entfernt – zuerst von der Unterseite etwa zu einem Drittel angesägt. Zwei bis 5 cm weiter nach außen wird der Ast nun von oben her durchgeschnitten. Durch den vorher geführten Einschnitt von unten kann beim Abbrechen keine Rinde mitgerissen werden,

Abschließend wird der Reststummel – bei dicken Ästen nochmals zuerst durch Einsägen von der Unterseite – im Verlauf des Astringes entfernt. Dieser Sägeablauf gilt genauso für steil aufstehende und senkrechte Äste, da auch solche Äste gerne über die dem Schnitt gegenüber liegende Seite abbrechen und einreißen.

Fachgerechter Ablauf eines Astschnittes

Bodendecker

Bodendecker-Pflanzen, die noch mit Schnee bedeckt sind, warten in Ruhe auf Tauwetter. An geschützten Stellen, wo der Schnee schon abgetaut ist, beginnt man, die Flächen, von heruntergefallenen Ästen und Blättern zu reinigen. Unter der Schneedecke waren alle Bodendecker sehr geschützt, somit sind Frostschäden eher unwahrscheinlich. Ist trotzdem etwas ausgefallen (Mäuse haben manchmal unter der Schneedecke Schäden angerichtet), kann man, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, nachsetzen.

Pachysandra, die Dickanthere, bildet rasch eine Bodenabdeckung

Calluna

Wer im Herbst das Heidekraut gepflanzt hat, muss es jetzt zurückschneiden. Damit es kompakt und blühfreudig bleibt, werden nur die alten Blütentriebe gestutzt. Nicht bis ins alte Holz schneiden!

 

Dahlien vortreiben

Jetzt werden die überwinterten Dahlien im Keller kontrolliert Sie jetzt. Die

verfaulten Knollen werden aussortiert. Die gesunden können Ende März so geteilt werden, dass jedes Teilstück zwei bis drei Knollen und mindestens eine Knospe aufweist (die sitzen am Grund des vorjährigen Stängels). Zum Vortreiben kommt jede Pflanze getrennt in einem Topf mit einem Gemisch aus Erde und Sand. Bei 10 bis 15 Grad bilden die Knollen bis Anfang Mai Wurzeln und wachsen nach dem Auspflanzen zügig weiter. Dadurch kommt die Dahlie deutlich früher zur Blüte und ist weniger durch Schnecken gefährdet.

Dahlie „Gartenstadt Bruck an der Mur“

Düngung

Gehölze und Stauden können bereits mit organischen Volldüngern, Rizinusschrot, Hornspänen oder reifem Kompost gedüngt werden. Pro Quadratmeter sollen maximal 7 bis 10 Liter Kompost aufgebracht werden. Anfang März sollte man die Tulpen, Narzissen und Hyazinthen mit mineralischen Volldüngern versorgen. Die Ausbringung von Volldüngern sollte grundsätzlich nur nach einer Bodenanalyse erfolgen. Durch sie werden auch der Humusgehalt, die Bodenart und der pH-Wert bestimmt.

 Der mineralische Dünger darf nicht in die Blattscheiden der Zwiebelpflanzen fallen. Dies kann zu Verbrennungen führen.

Gartenstauden verjüngen

An einem warmen Vorfrühlingstag kann man schon einige Gartenstauden verjüngen. Astern, Chrysanthemen, Katzenminze, Nachtkerze, Roter Sonnenhut und Trollblume sind Arten, die nach fünf bis sechs Jahren umgepflanzt werden sollten, damit sie weiterhin reichlich blühen. Dazu werden die Pflanzen vorsichtig ausgegraben, um sie zu teilen und am neuen Standort einzupflanzen.

 

Hängekätzchenweide

Wenn sie abgeblüht ist, werden die stärksten Triebe um etwa zwei Drittel der Länge zurückgeschnitten. Dünne Triebe werden komplett entfernt. Dadurch können sich Blütentriebe und Krone den Sommer über für das nächste Jahr bilden.

Hängekätzchenweide

Judasbaum

Der Gewöhnliche Judasbaum (Cercis siliquastrum) wächst in unserem Klima meist zu einem baumartigen Strauch heran und ziert im April und Mai vor allem durch seine dunkelviolett rosa Blüten, die direkt an den Zweigen am alten Holz aufsitzen. Diese seltsame Blütenbildung wird Stammblütigkeit oder Kauliflorie genannt. Erst mit oder nach der Blüte entwickeln sich die Blätter.

Direkt vom Stamm oder Ast hervorwachsende Blüten des Judasbaumes

Krokusse und Schneeglöckchen

Dichte Horste von abgeblühten Krokussen und Schneeglöckchen, können nun ausgegraben, geteilt und neu gepflanzt werden.

Lavendel

Der Duftstrauch blüht erst im Hochsommer an den neuen Jahrestrieben. Daher kann er jetzt im Frühjahr bedenkenlos zurückgeschnitten werden. Alle Triebe werden um etwa 1/3 eingekürzt. Dadurch werden die Sträucher buschiger

Rasenpflege

Bei der ersten Pflege des Rasens muss der Boden gut abgetrocknet sein, erst dann wird mit einem Fächerbesen durchgeputzt, damit Moos, trockenes Gras usw. entfernt wird.

Dann wird ein Langzeitdünger aufgebracht, damit sich der Rasen rasch von den Winterschäden erholen kann. Vertikutiert wird erst nach dem ersten oder zweiten Grasschnitt.

Rosen-Abdeckungen

Falls die Rosen über den Winter mit Reisig abgedeckt waren, kann dies nun im Laufe des Monats entfernt werden. Zudem werden die Rosen abgehäufelt und zum ersten Mal gedüngt.

Obstgarten

 

Austriebsspritzung

Wenn in den nächsten Tagen keine Nachtfröste drohen, kann die Austriebsspritzung vorgenommen werden. Sie bekämpft überwinternde Schädlinge sowie Wintereier von Spinnmilben. Geeignete Mittel sind im Handel erhältlich.

Nach meiner Erfahrung ist der beste Termin dann, wenn der Schlehdorn blüht!

Schlehdorn Blüte am Waldesrand

Baumpflege

An Bäumen aufgetretene Frostrisse sollten zeitnah mit Baumwachs bestrichen werden.

Baumwunden verschließen?

Früher galt die Regel, große Schnittwunden mit Baumwachs zu verstreichen. Inzwischen weiß man, dass dies die Selbstheilungskräfte des Baumes behindert. Fachleute sind sich sicher, dass es viel wichtiger ist, beim Arbeiten darauf zu achten, dass der Schnitt sauber ausgeführt ist und glatte Wundränder zurückbleiben, die vom Baum rasch verschlossen und überwallt werden. Mit einem scharfen Messer werden Schnittstellen glatt geschnitten. Anschließend wird nur der Rand, also der Bast/Kambium Bereich verstrichen.

Wundverschluss nach Astschnitt

Beerensträucher

Alle Strauchbeeren sollten mit organischem Material (Kompost, Mulchmaterial) abgedeckt werden. Dies spart Wasser und das verrottende organische Material ist eine gleichmäßig fließende Nährstoffquelle.

Düngen

Mit Ende des Winters beginnt die Vegetation wieder zu erwachen. Bevor man das aber sichtbar im oberirdischen Teil der Bäume bemerkt, beginnen schon die Wurzeln wieder aktiv

zu werden. Ab einer Bodentemperatur von 4 °C fangen die Wurzelspitzen wieder an zu wachsen und begeben sich auf Nahrungssuche: Daher ist es wichtig, jetzt zu düngen.

Erdbeerpflanzen pflegen
Um den Krankheitsdruck zu reduzieren, soll man bei Erdbeerpflanzen die ältesten, häufig mit Krankheiten befallenen Blattkranz entfernen. Danach wird der Boden zwischen den Pflanzen durch leichtes Hacken gelockert.

Zwischen den Erdbeerreihen wird Stroh aufgebreitet

Äpfel, Birnen, Quitten schneiden

In den nächsten Wochen ist noch Gelegenheit, Kernobstbäume auszulichten und zu schneiden. Je nach Wuchsverhalten der Bäume wird stärker oder schwächer geschnitten: Ein starker Rückschnitt fördert das Triebwachstum zu Lasten des Obstertrags.

Steinobst wird erst nach der Ernte geschnitten.

Pflanzzeit für Obstgehölze

Jetzt im Vorfrühling ist noch Pflanzzeit für Obstgehölze. Pflanzen im Container können fast ganzjährig gesetzt werden.

Gemüsegarten

Aussaat

Die Verwendung von Saatbändern ergibt bei frühen Kulturen wie Radieschen, Schnittsalat, Möhren oder Petersilie einen gleichmäßigen Bestand ohne Vereinzeln nach dem Auflaufen.

Vor der Aussaat müssen die Beete fein gelockert und gerecht werden. Eine dünne Schicht Komposterde ist sehr günstig. Die Saatreihen mit einer Schnur markieren und mit einem Holz die Rillen ziehen.

Mit einem Vierkantholz lässt sich eine grade Saatreihe vorziehen

Sobald der Boden bearbeitet werden kann, können im Freien Karotten, Petersilie, Zwiebeln Vogerlsalat und Radieschen ausgesät werden.

Die Aussaat sollte erfolgen, sobald der Boden eine Temperatur von etwa 5 °C erreicht hat (Messung mit einem Bodenthermometer). Gesät wird in Reihen, weil dadurch aufkommende Unkräuter rascher und sicherer erkannt und entfernt werden können.

Bodenuntersuchung

Wer bis jetzt noch keine Bodenuntersuchung gemacht hat, soll dies ehest nachholen. In vielen Gartenböden sind entweder zu viel oder zu wenig Nährstoffe vorhanden. Nur mit einer ausgewogenen Nährstoffversorgung können sich die Pflanzen optimal entwickeln.

In den Gemüsebeeten mangelt es vor allem an Humus und Stickstoff.

Düngung

Jetzt im Frühjahr kann nur mit gut verrottetem Kompost und Hornmehl auf Vorrat gedüngt werden. Die Nährstoffe aus diesen Quellen werden erst im Laufe der Saison wirksam. Wer rasch einen Nährstoffmangel beheben will, muss zu Mineraldünger (früher Blaukorn, jetzt Nitrophoska oder DC rot).

Frühbeet- und Gewächshausscheiben reinigen

Bevor die Saison richtig losgeht und das Frühbeet oder das Gewächshaus voller Pflanzen sind, werden die Scheiben von innen und außen gereinigt. Dafür soll ein biologisch abbaubarer Glasreiniger oder Essigwasser mit einem Schuss Spülmittel verwendet werden. Kalkflecken, Spritzwasser, Staub, Blütenpollen und andere Verunreinigungen müssen gründlich abgewaschen werden, damit so viel Licht wie möglich durch die Eindeckung dringen kann.

Drahtwürmer abwehren

In den letzten Jahren sind verstärkt Drahtwürmer in Gemüsegärten gefunden worden.

Die Lieblingsnahrung der Larven von Schnellkäfern sind Wurzeln von Salat, Erdäpfeln, Karotten, Paradeisern und Kohl. Für gerade auflaufende Sämlinge sind die Larven tödlich. Vorbeugend sollte man daher den Boden gut lockern und halbierte Erdäpfel mit der Schnittstelle nach unten ca. 3 cm tief in den Boden legen. Sie dienen als Köder, von dem die Drahtwürmer regelmäßig abgesammelt werden können.

Drahtwurm

Frühkartoffeln

Frühkartoffeln können Ende Februar/Anfang März zum Vorkeimen dicht in flache Kisten mit Komposterde oder auch in Eierkartons gelegt werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass dabei möglichst viele Augen (Keimanlagen) nach oben zeigen. Die Kiste sollte hell bei 12-15 °C aufgestellt werden. Mit vorgekeimten Kartoffeln kann die Ernte bis zu drei Wochen vorverlegt werden.

Einfaches Vortreiben von Kartoffeln im Eierkarton

Knoblauch

Knoblauch kann nun für die Frühjahrskultur gesteckt werden. Die Zwiebeln sind durch den späteren Erntetermin im Vergleich zum Anbau im Herbst lagerfähiger.

Kompost

Jetzt ist ein wichtiger Termin, den Komposthaufen umzusetzen. Dabei wird einfach der ganze Haufen kopfüber umgedreht, damit das innen liegende Material nach außen kommt und umgekehrt. Ist das Material trocken, hilft das Angießen den Rottebakterien zu einem besseren Leben. Abfälle aus der Küche dürfen selbstverständlich auf den Kompost. Nur rohes und gekochtes Fleisch und Fett hat hier nichts verloren, dies lockt nur Ratten an. Schalen von Zitrusfrüchten können genauso kompostiert werden wie Kaffeereste und Teesatz inklusive Filter und Beutel. Kohlenasche hat am Komposthaufen nichts verloren, Holzasche hingegen kann ohne weiteres untergemischt werden. Das alte Märchen, dass Giftpflanzen wie Nachtschattengewächse (Kartoffelkraut, Tomatenstauden) aber auch Goldregen, Eibe und Thujen Triebe die Komposterde vergiften, hat schon die Brüder Grimm zum Lachen gebracht. Wichtig ist, dass alles Kompostmaterial gut gehäckselt auf den Haufen kommt.

Kompostumsetzung: Von innen nach außen, von außen nach innen!

Maulwurfshügelerde

Maulwurfshügel-Erde ist eine ideale Anzuchterde. Wird sie mit Sand und verrottetem Kompost in gleichen Teilen gemischt, hat man eine krümelige Pflanzerde.