ARBEITSTIPPS für den SEPTEMBER

Stephan Waska

Ziergarten

 

Balkonblumen

Noch immer sind die Sommerblumen in den Blumenkistchen in voller Blüte. Bis zum ersten Frost ist ausreichendes Wässern und eventuell Düngen ist noch nötig, denn die Erde in den Kistchen ist um diese Jahreszeit schon stark durchwurzelt und verbraucht.

Calluna (Besenheide) und Chrysanthemen schmücken im Herbst die Blumenkistchen. Auch die buntblättrigen Stauden und Zwergastern bringen Farbe in den oft trüben Herbst.

Herbstblüher Besenheide

Blumenzwiebeln pflanzen

Ab Mitte September gepflanzte Blumenzwiebeln bilden fast unmittelbar nach der Pflanzung Wurzeln, wodurch eine bessere Überwinterung gewährleistet ist. Auch ist die Auswahl in den Samenhandlungen und Gartencentern noch größer.

Werden Blumenzwiebeln, z. B. Krokus, Traubenhyazinthen, Schneestolz u. a. zum Verwildern im Rasen gepflanzt werden, sollte man dazu eine Fläche am Rande des Rasens wählen. Denn sie müssen das Laub nach der Blüte so lange behalten, bis es von allein einzieht. Der Rasen muss aber zu dieser Zeit bereits gemäht werden. Stehen die Zwiebel im Rasen, so darf das Laub nicht abgemäht werden.

Krokusse sind besonders widerstandsfähig und erfreuen uns viele Jahre mit reicher Blüte. Allerdings lieben Amseln die gelben Blüten, daher sollten immer andere bunte Krokusse daruntergemischt werden, damit einzelne Ausfälle nicht so auffallen.

Blumenzwiebeln immer in Gruppen pflanzen

Blumenzwiebeln kaufen

Da die Blütenknospen im Inneren der Blumenzwiebeln vorgebildet sind und sich dann zu großen Blüten entwickeln, soll man nur große Zwiebeln kaufen. Die schönsten Tulpenblüten entwickeln sich aus Zwiebeln der Größen 11/12 oder 12+, bei Hyazinthen aus Zwiebeln der Größen 16/17, 17/18 oder 18/19 cm.

Herbst-Anemonen

Anemone-japonica-Hybriden sind neben den Herbstastern die spätest blühenden Stauden. Sie blühen bis in den November. Sie brauchen vor allem im ersten Jahr nach der Pflanzung einen Winterschutz. Empfindlich sind sie gegen Trockenheit.

Herbst – Anemone

Azaleen

Wenn sie im Sommer im Garten auf „Sommerfrische“ waren, haben sie schon die Blütenknospen für das nächste Jahr entwickelt. De Pflanzen kommen noch vor den ersten Frösten in ein kühles Zimmer.

Einjährige Sommerblüher

Sommerblüher wie beispielsweise Kornblume, Klatschmohn oder Ringelblume können bereits im Herbst ausgesät werden. Dadurch blühen sie früher als die Frühjahrssaaten. Die Samen werden vorsichtig mit dem Rechen in die Erdoberfläche eingearbeitet und leicht angedrückt.

Düngung

Besonders die immergrünen Stauden und Gehölze müssen jetzt mit Patentkali (2 – 3 kg/100 m²) gedüngt werden.

Gladiolen

Die sommerblühenden Blumenzwiebeln wie die Gladiolen oder die Dahlien sind jetzt Anfang September entweder schon verblüht oder im Verblühen. Sind Ihre Gladiolen gerade erst verblüht, dann schneiden Sie die Blütenstände weg und düngen sie nochmals am besten mit einem Flüssigdünger. Die Blätter nehmen den Dünger noch auf und geben die Kraft, sobald sie zu Vertrocknen beginnen an die Knolle weiter. Sind im Oktober dann die Blätter braun, schneiden sie diese knapp über der Knolle ab, nehmen sie sie aus der Erde, reinigen sie die Zwiebel und lassen sie einige Tage im Warmen trocknen. Über den Winter sollten sie die Zwiebeln dann an einem trockenen kühlen Platz lagern.

Hohlpflanzer für Blumenzwiebeln

Für das Setzen einzelner Blumenzwiebeln eignet sich neben dem Pflanzholz auch ein Hohlpflanzer. Mit seinem scharfkantigen Rand lässt sich das Erdreich aus dem Boden stechen. Der Durchmesser dieses Gartenwerkzeugs ist größer als der eines Pflanzholzes. Vor allem dann, wenn der Boden lehmig ist, eignet sich ein Hohlpflanzer besser.

Kaiserkronen

Noch bis Mitte September können die Zwiebeln der im Frühjahr blühenden Kaiserkronen gesetzt werden. Die prachtvolle Staude liebt einen sonnigen Platz in humusreicher, lehmiger Erde.

Kübelpflanzen

Die Kübelpflanzen sind jetzt noch immer in ihrer absoluten Höchstform und protzen mit Blüten, Duft und Fruchtansätzen. Sie haben die letzten heißen Wochen des Sommers zum Großteil gut überstanden und genießen den schönen „Altweibersommer“.

Nistkästen putzen

Nun ist die Brutzeit zu Ende und der letzte Vogelnachwuchs hat die Nistkästen verlassen.

Darum ist jetzt, bevor die Kästen als beliebte Schlaf und Überwinterungsquartiere von Kleintieren erneut genutzt werden, der beste Zeitpunkt zum Putzen. Die alten Nester sollen entfernt und die Kästen gründlich ausgefegt.

Nistkasten mit Spechtschutz

Schnecken

Im Herbst finden sich unter Laub- und Mulch Decken Schneckengelege mit bis zu 200 kleinen weißen Kugeln. Wenn man jetzt bei der Gartenarbeit die Gelege der ungeliebten Plagegeister entfernt, kann die Anzahl der gefräßigen Schnecken für das kommende Jahr etwas reduziert werden.

Zitruspflanzen

Noch bevor die Nachttemperaturen unter 5° C sinken, sollten Kübel mit Zitruspflanzen in ihr helles, trockenes und luftiges Winterquartier gebracht werden. Zitronen blühen und fruchten im nächsten Jahr nur dann, wenn sie über den Winter so hell wie möglich aufgestellt werden. Die Überwinterungstemperatur darf nicht unter 10° C sinken.

Obstgarten

 

Apfelwickler Bekämpfung

Heuer hat es in vielen Gebieten einen starken Befall mit Apfelwickler gegeben (Wurm im Apfel). An den Stämmen der Apfelbäume angebrachte Wellpappringe sollten bis Ende September abgenommen werden. Die darin oder darunter angesponnenen Apfelwickler Raupen sind zu entfernen. Früchte mit Wurmbefall sind bei der Ernte ebenfalls auszusortieren und zu vernichten. Dadurch lässt sich der Befallsdruck für die nächste Saison verringern.

 

Baumschnitt

Im September sollten alle Obstgehölze auf kranke oder abgestorbene Astpartien, Zweige oder Triebe kontrolliert werden. Zu diesem Zeitpunkt vor dem Blattfall sind sie noch gut zu erkennen und zeitnah zu entfernen. Gleichzeitig ist bei Schnittmaßnahmen während der Vegetationsperiode eine bessere Wundheilung möglich.

Brombeeren

Bei Brombeeren nach Beendigung der Ernte die abgetragenen Ruten abschneiden und die langen Seitentriebe an den jungen Trieben bis auf einige Augen zurückschneiden.

Brombeere Navaho (M. Wiesenhofer)

Erdbeerbeet-Frisur

Hat sich die Weiß- oder Rotfleckenkrankheit im Erdbeerbeet ausgebreitet, müssen die kranken Blätter bis spätestens Ende des Monats entfernt werden. Ist der Befall gering, kommt die Gartenschere zum Einsatz. Bei starkem Befall und großen Erdbeerbeständen werden kranke Blätter jedoch effektiver mit einer Heckenschere entfernt. Die Blätter müssen bis knapp eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten werden. Wichtig: Das Herz der Pflanze muss stehen bleiben. Das Laub wird anschließend aus dem Beet entfernt. Man kann das Erdbeerbeet auch mähen. Dann die Schnitthöhe so hoch einstellen, dass das Pflanzenherz geschont wird.

Mit der Leiter nur zu zweit!

Obstbäume sind nach ein paar Jahren oft so hoch, dass man bei der Ernte nicht mehr so einfach an alle Früchte herankommt. Auch mit Hilfsmittel wie Pflückstangen kann man manchmal nicht alle Früchte erreichen. Dann hilft meist nur noch eine Leiter. Sind also bei der Obsternte Leitern im Spiel, weil die Bäume so hoch sind, sollte nur zu zweit gearbeitet werden. Eine Person sichert dabei die Leiter, die zweite arbeitet im Baum und pflückt. Stürze von Leitern gehören im Garten wie im Haushalt zu den häufigsten Unfallursachen. Ist man zu zweit, lassen sich viele Gefahren ausschließen.

Mehrmaliges Ernten:

Mit zunehmendem Baumalter oder langem Schnitt wird das Wachstum ruhiger und die Blühdauer länger. Folglich ist auch die Reife der einzelnen Früchte unterschiedlich und ein mehrmaliges Durchpflücken ist unbedingt erforderlich, um gleichmäßige Qualitäten zu

erreichen. Nach jeder Entlastung des Baumes wachsen die verbleibenden Früchte besser nach!

Fallobst

Zu den Arbeiten im September zählt das regelmäßige Aufsammeln von Fallobst. Diese Früchte sind häufig von Krankheiten oder Schädlingen befallen und könnten eine Gefahr für das gesunde Obst darstellen.

Fruchtmumien sind Krankheits- und Schädlingsüberträger

Himbeeren

Die abgetragenen Ruten sollten bereits im August ausgeschnitten worden sein. Die Tragruten für das nächste Jahr sind Anfang September nochmals auf Befall durch die Rutenkrankheit zu kontrollieren, die an länglichen, dunkelvioletten bis braunen Flecken an den unteren 50 cm der Rute erkennbar ist. Bereits stärker infizierte Ruten sind zu entfernen, da sie im nächsten Jahr kaum Ertrag bringen, aber noch weitere Ruten anstecken können. Die Beachtung dieser Maßnahmen ist besonders wichtig, da zurzeit im Hausgarten keine Mittel zur Bekämpfung der Rutenkrankheit zugelassenen sind.

Leimringe

An den Obstbäumen und den dazugehörigen Stützpfählen müssen jetzt Leimringe angebracht werden. Sie unterbinden das Aufwandern des Frostspannerweibchens zur Eiablage. Der Leimring muss dicht anliegen, damit das flugunfähige Weibchen nicht durch Rindenrisse den Ring unterwandern kann.

Sommer- und Frühherbstschnitt

Ein Sommerschnitt bis etwa Mitte September ist nicht nur möglich, sondern für Süß-, Sauerkirsche und Kirschen sowie Pfirsich & Co sogar vorteilhaft. Denn solange die Bäume noch belaubt sind, verheilen Schnitt und Sägewunden besonders schnell. Das beugt dem bei manchen Steinobstbäumen auftretenden Gummifluss vor und hat sich ebenso bei der Walnuss bewährt, die zu starkem ,,Bluten“ neigt.. Auch Sommer- und frühe Herbstsorten von Apfel und Birne lassen sich jetzt gut schneiden. Das empfiehlt sich besonders für starkwüchsige Bäume, die dadurch im Wuchs gebremst werden sollen.

Zwetschken

Weit verbreitet, aber im Hausgarten oft nicht erkannt oder in ihrer Bedeutung unterschätzt, ist die Scharkakrankheit. Dabei handelt es sich um eine gefährliche Viruskrankheit, die vor allem Pflaumen- und Zwetschkenbäume, aber auch Pfirsich und Marille infiziert. Hauptsymptom bei den anfälligen Sorten ist ein vorzeitiger Fruchtfall kurz vor der Ernte. Die Früchte haben Rillen und Dellen, die sich als harte Verfestigung im Fruchtfleisch bis zum Kern hin fortsetzen. Sie sind fade im Geschmack, d.h. praktisch ungenießbar. Auf dem Laub zeigt sich Scharka in Form von hellen, etwas durchscheinenden gelblichen Flecken.

Besonders anfällig ist die Sorte „Hauszwetschke“ mit allen ihren Typen. Eine Bekämpfung der Krankheit ist nicht möglich. Erkrankte Bäume sind deshalb zu roden, da sie gefährliche Infektionsquellen für die gesunden Bäume darstellen.

Scharka-Virus auf Zwetschkenblatt

Gemüsegarten

 

Aussaat

Vogerlsalat, der jetzt unter Glas ausgesät wird, kann bis in den Winter hinein geerntet werden. Leere Beete können auch jetzt noch mit Kulturen wie Radieschen, Feld- oder Schnittsalat weitergenutzt werden.

Fisolenernte

Bei der Ernte von Fisolen muss man darauf achten, dass die Spitzen nicht abbrechen, da sie die meisten Vitamine enthalten. Daher ist es auch nicht unbedingt ratsam, die Spitzen bei der

Verarbeitung in der Küche abzuschneiden. Verwertet wird das Gemüse so bald wie möglich, da die Fisolen nur wenige Stunden frisch bleiben und dann zu welken beginnen. Bei Temperaturen um die 7 °C kann man sie aber auch noch bis zu einer Woche lagern. Nach der Ernte werden die Pflanzen nicht aus dem Boden gezogen, sondern – wie bei Erbsen – dicht über dem Boden abgeschnitten. Die Pflanzen sind nämlich Stickstoffsammler und haben während ihrer Wachstumszeit Stickstoff aus der Luft in die Wurzeln geleitet, wo er von dort lebenden Bakterien in Nährstoff umgewandelt wurde. Belässt man die Wurzeln im Erdreich, kommen die Nährstoffe auch noch der Nachfrucht zugute.

Stangenbohne Neckarkönigin

Gewächshaus

Vor einem Kälteeinbruch sollte das Gewächshaus winterfest gemacht werden. Dabei können ältere und beschädigte Folien ersetzt werden. Falls nicht bereits geschehen, ist es Zeit, um Beschattungen zu entfernen und Glasscheiben zu reinigen.

 

Gründüngung auf leeren Beeten

Anfang September können für die Bodenverbesserung noch Bienenfreund und Ölrettich ausgesät werden. Die Pflanzen verbessern mit ihren Wurzeln die Bodenstruktur und beugen Erosionen vor.

Kartoffeln

Spätestens Ende September sollten die letzten Kartoffeln geerntet werden. Die Knollen am besten an einem sonnigen Herbsttag ausgraben, noch zwei bis drei Stunden auf dem Beet zum

Trocknen liegen lassen und anschließend in einem dunklen, frostfreien Raum lagern.

Raupenfraß auf Kohl beachten

Die verschiedenen Kohlarten wie Weißkraut, Rotkraut, Kohl und Sprossenkohl sind in ihrer

Entwicklung bereits weit fortgeschritten. In den nächsten 5 bis 7 Wochen sind sie erntereif. Bis dahin sind die Pflanzen auf Schädlinge zu kontrollieren, um bei Bedarf Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Gleiches gilt für Blumenkohl und Brokkoli. Im Laufe des Monats können die Raupen verschiedener Kohlschädlinge den bisherigen Kulturerfolg noch stark in Mitleidenschaft ziehen.

Raupen des Eulenschmetterlings auf Kohlblätter

Kompost

Beim Verrotten ist das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff wichtig. Laub, Baum- und Strauchschnitt enthalten mehr Kohlenstoff als Stickstoff und verrotten langsam. Zerkleinerung fördert aber die Verrottung; durch mehr Oberfläche läuft die Zersetzungsarbeit der Mikroorganismen und Kleintiere besser ab. Rasenschnitt und Küchenabfälle enthalten

mehr Stickstoff, sie verrotten rasch. Am besten ist also eine ausgewogene Mischung aus biologischen Abfällen.

Teile von kranken Pflanzen sollte man besser nicht auf den Kompost geben. Wenn die Möglichkeit besteht, ist es sicherer, sie über die Bio-Tonne zu entsorgen.

Das Laub von Walnussbäumen verrottet wegen des hohen Anteils an Gerbsäure sehr langsam. Deshalb nur kleine Mengen unter den Kompost mischen.

Kräuter

Um über die Wintermonate Petersilie und Schnittlauch frisch auf der Fensterbank ernten zu können, müssen die Küchenkräuter nun in kompostgedüngte Erde eingetopft werden.

Rhabarber

Noch ist Zeit, um Rhabarberpflanzen durch Stockteilung zu verjüngen. Die fleischigen Wurzeln von Rhabarber brauchen lange, bis sie nach Pflanzung gut anwachsen. Darum pflanzt man Rhabarber zeitig schon gegen Ende September, spätestens Anfang Oktober. Taugliche Setzlinge wiegen etwa ein Kilogramm und haben mindestens eine kräftige Knospe. Rhabarber wünscht kräftigen, genügend frischen, nährstoffreichen Boden. Bei Pflanzung mehrerer Exemplare beträgt der Pflanzabstand ein Meter.

Rote Rüben

Rote Rüben sind dann erntereif, wenn sich die Blätter bräunlich verfärben und fleckig werden. Zum Einlagern eignen sich nur voll ausgereifte dickere Knollen.

Zwiebelernte

Zwiebeln können im Spätsommer geerntet werden. Sie sind erntereif, sobald sich das Zwiebellaub von allein zur Seite neigt und abzutrocknen beginnt. Dann die Zwiebeln am besten mit der Grabegabel aus dem Boden heben. Bei warmer, trockener Witterung werden sie einfach für einige Tage zum Vortrocknen auf dem Beet liegen gelassen. Danach unterm Dach an ausreichend belüfteter Stelle auslegen oder aufhängen. Gut abgetrocknete Zwiebeln kommen ab Oktober in den kühlen Keller.