ARBEITSTIPPS für den JUNI

Stephan Waska

Ziergarten

Küchenkräuter in Balkonkistchen

Auch in Balkonkistchen können Küchenkräuter gezogen werden. Ausgesprochen gut vertragen sich etwa hochstehender Schnittlauch und buschige Petersilie mit Oregano oder Estragon. Aber Achtung! Der beliebte Schnittlauch darf nicht in einem Kistchen gemeinsam mit Petersilie stehen. Die beiden vertragen sich nicht miteinander. Jeder braucht sein eigenes Revier.

Schnittlauch im Balkonkisterl

Tulpenzwiebeln jetzt ausgraben

In Gebieten mit feuchten Sommern fühlen sich diese Steppen- und Wüstenbewohner nicht recht wohl. Langlebiger sind die Tulpen in diesen Regionen, wenn die Zwiebeln nach der Blüte und nach dem Einziehen des Laubes mit der Grabgabel herausgenommen und erst im September wieder gepflanzt werden. Auch die anderen Blumenzwiebeln können jetzt ausgegraben und versetzt werden. Auch andere frühjahrsblühenden Zwiebelpflanzen werden jetzt, nachdem ihre Blätter abgetrocknet sind, trocken im kühlen Keller aufbewahrt.

Hingegen bleiben die Zwiebeln von Narzissen, Blausternchen, Schneeglöckchen, Krokussen und anderen Kleinblumenzwiebeln im Boden.

Erst nach dem Verwelken der Tulpenblätter sollen die Zwiebel herausgenommen werden

Düngung

In warmen, feuchten Perioden werden durch Mikroorganismen in vielen Böden Nährstoffe freigesetzt. Seien Sie deshalb vorsichtig mit zusätzlicher Düngung. Stauden auf überdüngten Standorten neigen zur „Mastigkeit“ und können umfallen. Außerdem nimmt die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge zu.

Pflanzenabverkauf

Gärtnereien und Gartencenter bieten jetzt preiswerte Restbestände von Sommerblumen und Containerpflanzen an. Überprüfen Sie aber gerade diese Pflanzen sehr sorgfältig. Lassen sich die Pflanzen kaum noch aus dem Topf heben, kann man zumindest die unten herausragenden Wurzelspitzen begutachten. Sie sollten überwiegend weiß und frisch sein. Viele braune Wurzeln deuten auf Fäulnis durch Staunässe hin.

Gartenteiche kindersicher machen

Achten Sie bei der Anlage eines Teiches darauf, dass er keine Gefahr für Kinder darstellt. Abzäunungen mit stabilen Metallgittern (am besten mit Kunststoff ummantelt) sichern die Wasserstelle ab.

Gießen – gewusst wie

Gießen Sie am besten am Morgen oder abends. Zur Mittagshitze verdunstet das Wasser rasch, und die Pflanzen erleiden einen Temperaturschock. Größere Flächen von Hand zu bewässern ist ungenau und zeitraubend. Großflächiges Gießen (z. B. eines Beetes) soll immer nur mit einem Beregnungsgerät durchgeführt werden. Die ausgebrachte Wassermenge wird auf der Skala eines Regenmessers abgelesen (10 Teilstriche im Regenmesser entsprechen 10 l Wasser/m²).

Nur mit Hilfe eines Regenmessers kann die ausreichende Bewässerung festgestellt werden

Sandige Böden müssen bei anhaltender Trockenheit alle drei bis vier Tage mit einer Menge von 10-15 l/m² beregnet werden. Weniger bringt nichts. Mehr ist Verschwendung, da leichte Böden eine geringe Wasserspeicherfähigkeit besitzen und das Überschusswasser geht ungenutzt in den Untergrund verloren.

Lehm- und Tonböden können gut Wasser speichern. Sie werden daher seltener beregnet, etwa einmal pro Woche. Um die gewünschte Durchfeuchtungstiefe zu erreichen, sind hier allerdings 15-25 l/m²) notwendig.

Gladiolen

Gladiolen können noch bis Mitte des Monats gepflanzt werden. Am besten gedeihen sie an einem windgeschützten, sonnigen Platz in durchlässigem Boden.

Heckenschnitt

Ende Juni kann der erste Heckenschnitt durchgeführt werden. Warten Sie, falls die Hecke „bewohnt“ ist, mit dem Schneiden, bis alle Jungvögel flügge sind. Dort, wo keine Vögel mehr brüten, kann die Hecke geschnitten werden. Vorteilhaft für das gleichmäßige Wachsen der Hecke ist, dass sie so geschnitten wird, dass sie nach dem Schnitt oben schmaler ist als unten. Schattenverträglichere Gehölze wie Buche oder Hainbuche können auch kastenförmig geschnitten werden. Das Laub von Hainbuche, Buche und Liguster kann gehäckselt oder kompostiert werden. Hainbuchenschnitt ist besonders wertvoll, denn durch das günstige Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff in den verrottenden Blättern und das Fehlen von Gerbsäure und Bitterstoffen bildet sich besonders wertvoller Kompost. Auch als Mulchmaterial ist Hainbuchenschnitt sehr geeignet!

Hortensien

Blaue Hortensien behalten ihre schöne Farbe, wenn dem Gießwasser ab Erscheinen der Blüten Aluminium- Kaliumsulfat (erhältlich als Hortensien-Blaudünger) beigemischt wird.

Blau gefärbte Hortensie

Kletterpflanzen

Damit starkwüchsige Kletterpflanzen wie Blauregen oder Schlingknöterich die gewünschte Form behalten, sollten frisch nachgewachsene Ranken regelmäßig angebunden werden.

Kübelpflanzen

Kübelpflanzen in Tontöpfen (Terracotta-Töpfe) brauchen mehr Wasser als solche in Plastiktöpfen, da Ton mehr Wasser verdunstet. Verwenden Sie nie dunkel gefärbte Töpfe, da sie sich durch Sonneneinstrahlung sehr stark erwärmen und zu Wurzelverbrennungen führen können. Bei häufigem Regen sammelt sich in Übertöpfen und Untersetzern reichlich Wasser. Der Wasserüberschuss sollte regelmäßig ausgeleert werden, um Wurzelfäulnis durch Staunässe zu vermeiden.

Oleander

Die beliebte Kübelpflanze benötigt nicht nur reichlich Sonne und Wasser, sondern auch viele Nährstoffe. Daher sollte von nun an bis Anfang September alle zehn Tage gedüngt werden. Der mediterrane Strauch hat einen großen Wasserverbrauch. Er verträgt im Sommer auch immer Wasser im Untersetzer.

Lilien hinterlassen Flecken

Keine Probleme macht der Blütenstaub, wenn man ihn sofort und – das ist ganz wichtig! – trocken mit einer Bürste entfernt. Auch ein Klebeband, an dem der Blütenstaub kleben bleibt, leistet hervorragende Dienste. Am sichersten aber ist es – wenn unvollständige Blüten nicht

stören – die Staubgefäße abzuschneiden.

Lilien-Hybriden

Malvenrost

Der Malvenrost ist eine häufige Pilzerkrankung, der vor allem an Stockrosen (Alcea) auftritt. Oft ist der Pilz bei näherer Betrachtung bereits im Frühjahr erkennbar, wobei sich an der Blattoberfläche gelblich braune Flecken bilden. Die Unterseite ist zunächst mit hellen Pusteln übersät, die sich dann dunkelbraun färben und wie kleine Warzen aussehen. Der Pilz macht den Blättern und der Pflanze insgesamt zu schaffen. Zunächst welken die Blätter und sterben ab, in der Folge befällt der Pilz auch die Stängel, die vom Pilz überzogen werden.

Ein speziell dafür geeignetes Pflanzenschutzmittel steht nicht zur Verfügung. Rosenspritzmittel mit Wirkung gegen Rosenrost haben nach eigener Erfahrung gute Wirksamkeit gezeigt. Vorbeugung ist daher die beste Methode. Meist wird der Pilz bereits mit den Jungpflanzen eingeschleppt, daher sollte man schon beim Kauf auf gesunde Pflanzen achten. Befallene Blätter müssen sofort entfernt werden und dürfen nicht auf den Kompost.

Stockrosen-Hybriden

Polsterstauden

Polsterpflanzen wie zum Beispiel Phlox oder Blaukissen können jetzt nach der Blütezeit kräftig zurückgeschnitten werden.

Viele niedrige Steingarten- und Wegrandbewohner sind jetzt bereits verblüht. Damit ihre Blattpolster oder -matten schön dicht bleiben, die Triebe um ein Drittel bis die Hälfte ihrer Länge einkürzen.

Rosen

Bei öfter blühenden Rosen sollte regelmäßig das Verblühte entfernt werden, und zwar bis zum ersten fünfblättrigen Blatt. Dort sitzt die Knospe für einen kräftigen Neutrieb. Gleich nach der ersten Blüte erhalten Rosen nochmals eine kräftige Düngung.

Eimalblühende Rosen werden nicht zurückgeschnitten, damit im Herbst ihr Fruchtschmuck glänzt.

Oberhalb des ersten fünfteiligen Blattes wird die verblühte Rose abgeschnitten

Obstgarten

Apfel

Ein zu dichter Fruchtansatz bei Obstbäumen wird durch Handauslese ausgedünnt, prinzipiell soll nur eine Frucht pro Blütenbüschel bleiben. Das stärkt den Baum, damit er für nächstes Jahr wieder Blütenknospen anlegt.

Apfelwickler

Jetzt legt der Apfelwickler-Falter seine Eier ab. Damit es im Herbst keine wurmigen Äpfel gibt, Pheromonfallen am Apfelbaum schützen vor ihm.

Apfelwickler-Falle

Brombeeren

Die anspruchslosen Brombeeren lieben sonnige bis halbschattige Plätze. Ihre Ranken wachsen in den Sommermonaten besser, wenn man die Geiztriebe auf ein bis drei Blätter kürzt. Je nach Wuchs können an der Pflanze drei bis sechs Ranken gelassen werden.

Erdbeeren

Wer seine Erdbeeren über Ausläufer vermehren möchte, soll jetzt besonders reich tragende Mutterpflanzen markieren. Sobald sie bewurzelte Ausläufer gebildet haben werden sie von der Mutterpflanze abgetrennt und verpflanzt..

 

Heidelbeeren

Ende Juni beginnt die Erntezeit von Kulturheidelbeeren. Bevor die Beeren zu reifen beginnen, muss ein Vogelschutznetz darüber gespannt werden, sonst haben die Räuber vorher die reifen Beeren entdeckt.

Reifende Heidelbeeren

Mulchen

Auch Baumscheiben werden jetzt gemulcht. Grasschnitt darf maximal 5 cm hoch aufgebracht werden. Wo nicht gemulcht wird, sollte die Bodenoberfläche leicht geharkt werden, damit die Kapillarwirkung unterbrochen und der Unkrautwuchs verhindert wird.

Pfirsiche, Nektarinen und Marillen

Wenn trotz der Spätfröste noch Früchte erhalten geblieben sind, müssen dicht stehende Früchte ausgedünnt werden. Ideal ist, wenn alle 10 cm eine Frucht verbleibt!

Gemüsegarten

Aussaat

Wenn die ersten Beetflächen abgeerntet sind, ist es sinnvoll, für Nachsaaten den Standort zu wechseln. Damit können Sie wirkungsvoll verhindern, dass der Boden einseitig beansprucht wird und sich irgendwelche Krankheiten einnisten können.

Noch ist Zeit, um Fruchtgemüse wie Zucchini, Bohnen, Gurken, Möhren und Salat anzusäen. Damit Salat keimen kann, darf er bis zum Auflaufen nur höchstens 15 °C haben, erst wenn die Pflänzchen sichtbar sind, darf der Salat wärmer gestellt werden. Bis Mitte des Monats kann immer noch Rote Bete ausgesät werden.

Salat Grazer Krauthäuptel

Bewässerung im Juni

In manchen Jahren kann es im Juni schon sehr heiß werden, sodass besonders auf leichten Böden bewässert werden muss. Aber übertreiben Sie das Gießen nicht, denn erstens fördern Sie dadurch auch die unerwünschten Unkräuter und zweitens werden gerade auf leichten Böden bei starker Bewässerung die Nährstoffe (besonders Stickstoff) mit ausgewaschen. Verwenden Sie zum Wässern kein wertvolles Trinkwasser. Eine Regenwasserzisterne liefert billiges, weiches Gießwasser.

Brennnesseln

Über Blumen und Gemüse gespritzte Jauche aus Brennnesseln kräftigt die Pflanzen und vertreibt Schädlinge. Kurz geschnittene Brennnesseltriebe zwischen den Gemüsereihen hindern Schnecken am Weiterkriechen. Das Kraut dient auch als Kompostverbesserer.

Chinakohl

Ab Juni darf Chinakohl direkt im Freiland ausgesät werden.

Dill und Karotten säen

Dill gemeinsam mit Karottensamen ausgesät soll das Auflaufen der Karotten beschleunigen.

Freilandgurken

Ist es jetzt über längere Zeit trocken und warm, werden Freilandgurken leicht vom Echten Mehltau befallen. Sie erkennen den Schadpilz an kleinen runden, weißen Flecken auf den Blättern, die sich rasch vergrößern und zusammenfließen. Sind Ihre Gurken von diesem Pilz befallen, bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, die ersten Infektionsstellen zu entfernen. Im nächsten Jahr sollten Sie auf eine resistente Gurkensorte zurückgreifen

Kartoffeln

Frühkartoffeln lassen sich wegen der dünnen Schale nur kurze Zeit aufbewahren. Daher beginnt die Haupternte, wenn die Knollen die gewünschte Größe erreicht haben, und nicht erst, wenn das Kraut abstirbt. Solange das Laub noch grün ist, wachsen die Knollen im Boden weiter und der Ertrag wird größer.

Kohlpflanzen

Kohlpflanzen sind bei vielen Raupenarten beliebt. Vor der Eiablage sollten Sie die Kulturen mit engmaschigen Netzen abdecken. Sind trotzdem Raupen und die Eigelege sichtbar, lassen sie sich gut manuell absammeln und vernichten.

Raupen des Kohlweißlings

Kräuter verjüngen

Um die halbstrauchig wachsenden Kräuter wie Salbei, Thymian und Lavendel vor der Vergreisung zu bewahren, können die Pflanzen nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Sie danken es mit reichem Austrieb aus der Basis und bilden wieder dichte Büsche. Die abgeschnittenen Zweige lassen sich getrocknet gut verwenden. Schneiden Sie die Pflanzen am besten, wenn der Himmel bedeckt ist.

Der richtige Boden für Kräuter

Küchenkräuter kann man nie genug haben. Obwohl sie gemeinhin als genügsam gelten, haben nicht alle die gleichen Ansprüche an Boden und Standort. Folgende Kombinationen funktionieren aber gut:

Petersilie, Dill, Basilikum, Schnittlauch und Kresse brauchen lockere, humusreiche Erde. Sie sollten nie austrocknen und benötigen ausreichend Nährstoffe. Gedüngt wird im Sommer wöchentlich mit speziellem Kräuterdünger oder mit der halben empfohlenen Menge eines Blumendüngers.

Heiß, sonnig und trocken mögen es hingegen Thymian, Ysop, Oregano und Rosmarin, um ihr typisch würziges Aroma zu entwickeln. Verwenden Sie ein Kübelpflanzensubstrat mit einem hohen Anteil an mineralischen Bestandteilen. Schwere tonige Böden können Sie durch das Einarbeiten von Schotter und Sand auflockern.

 

Paradeiser

Paradeiser regelmäßig die Seitentriebe ausgeizen und die unteren Blätter nach der Ernte der ersten Paradeiser entfernen.

Die ersten Paradeiser werden schon erwartet

Rhabarber

Bei der Erntedreht man die dicksten Stiele leicht und bricht sie dann ruckartig ab. Für Rhabarber ist Ende Juni die Erntezeit zu Ende. Auch ist der Oxalsäure Gehalt in den Stängeln nun zu hoch.