ARBEITSTIPPS für den JULI

Stephan Waska

 

 

Ziergarten

 

 

Blumenzwiebel

Im Juli sind von fast allen im Frühjahr blühenden Zwiebel- und Knollengewächsen die Blätter vergilbt. Die Zwiebeln und Knollen können nun aus der Erde genommen werden. Schneeglöckchen, Krokus, Traubenhyazinthen, Narzissen und Blausternchen sollten sich mehrere Jahre am Standort ausbreiten können. Schon nach einigen Jahren haben sie sich durch Brutzwiebeln bzw. -knollen so stark vermehrt, dass dichte, wirkungsvolle Blütengruppen entstehen. Dazu müssen sie sich aber ungestört entwickeln können.


Traubenhyazinthe Muscari

 

Gartenteich

Manche Wasserpflanzen vertragen einen Wasserwechsel nicht gut. Deshalb wird nur verdunstetes Wasser ergänzt, um stets einen gleichmäßig hohen Wasserstand zu haben. Leitungswasser darf nur langsam eingeleitet werden, damit es sich gut erwärmt.

Winterling

 

Winterling

Der Winterling (Eranthis hyemalis) darf nicht umgepflanzt werden. Er entwickelt sich ungestört am besten und sät sich selbst aus. Er gedeiht an sonnigen und halbschattigen Plätzen, z. B. vor einer Laubgehölzpflanzung. Der Winterling mit seinen duftenden, leuchtend gelben Blütenschalen liefert als eine der ersten Pflanzen im Jahr Nektar und Pollen für Wildbienen und Hummeln.

 

Stiefmütterchen

Anfang Juli ist der beste Zeitpunkt zur Aussaat von Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana), Gänseblümchen (Bellis) und Vergissmeinnicht (Myosotis). Dazu wird ein feinkrümeliges Saatbeet vorbereitet. In die Saatbeet-Erde wird feiner Humus eingearbeitet. Dies fördert die Bewurzelung der Jungpflanzen. Die Samen sind ziemlich klein und dürfen deshalb nicht zu dicht gesät werden. Sonst würden nur spärliche, lang aufgeschossene Pflanzen entstehen. Der Raum zwischen den einzelnen Körnern soll etwa 1 cm betragen. Sind die Sämlinge doch zu dicht aufgegangen, müssen sie vereinzelt werden, sobald sie einzelne Blättchen entwickelt haben.

 

Rosen

Alle Rosenarten sind dankbar für eine ausreichende Düngung. Jetzt Anfang Juli soll noch einmal mit einem Volldünger der Nahrungsbedarf abgedeckt werden. Den Dünger streut man so zwischen die Rosen, dass je m² 30 bis 40 g eingehackt werden. Sofern mit Regen nicht zu rechnen ist, gießt man durchdringend, um den Dünger in den Wurzelbereich zu bringen. Sehr gut als Dünger für Rosen ist Stallmist geeignet, auch in Form von Pellets aus dem Gartencenter. Da ist allerdings die letzte Düngergabe des Jahres, damit die Triebe voll ausreifen können und nicht in auch milden Wintern zurückfrieren.


Schneckenfalle mit enger Eintrittsöffnung

 

Schnecken

Nicht nur nach jedem Regen kommen sie aus ihren Verstecken – Nacktschnecken sind gefräßig und schädigen unsere Gartenpflanzen. Wer es mit Schneckenkorn probiert hat, wird feststellen müssen, dass die Schnecken bei nass-feuchtem Wetter oftmals nach einigen Stunde wieder lebendig werden. Nur wenn trocken-warmes Wetter herrscht, bleiben sie liegen und vertrocknen. Bierfallen und Schneckenkorn sind nicht die ideal zur Schneckenvernichtung, da ihnen auch die nützlichen Weinbergschnecken zum Opfer fallen.

Im Fachhandel gibt es jetzt auch Schneckenfallen, mit einem engen Öffnungsschlitz. Da können nur Nacktschnecken hinein. Gefüllt werden diese Fallen mit Bier oder Schneckenkorn. Das Aufbreiten von zerkleinertem Farnkraut oder von Thujen-Rückschnitt hält diese gefräßigen Schädlinge wenigstens ein wenig fern. Ein mindestens 30 cm breiter Ring aus Sägespänen, Steinmehl oder Kalk wirkt sehr gut. Wird aber wirkungslos, sobald alles durch Niederschläge nass wird.

 

ACHTUNG! Schnegel

Bitte nicht verwechseln!

Diese Nacktschneckenart wird Tigerschnegel genannt und ist absolut nützlich! Der Limax maximus, wie sein lateinischer Name lautet, frisst nur abgestorbenes Pflanzenmaterial und ist ein Jäger der spanischen Wegschnecke. Er frisst ihre Eier und verschmäht auch ausgewachsene Wegschnecken nicht. Er bevorzugt kühl-feuchte Stellen im Garten und ist daher meist nur frühmorgens zu sehen. Leider wird er auch von Bierfallen und Schneckenkorn angelockt, die dann sein Tod sind.


Tigerschnegel – ein Nützling gegen Nacktschnecken

 

Schwertlilien

Wenn Schwertlilien längere Jahre am gleichen Standort verblieben, lässt oft die Blühfreudigkeit nach. Alte Pflanzen mit verzweigten Wurzelstöcken (Rhizome) hebt man mit der Grabegabel aus. Danach wird der Wurzelstock geteilt. Die Blätter kürzt man um etwa ein Drittel ein. Der Teil der Rhizome mit einer Triebspitze wird abgetrennt und an einem neuen Standort gepflanzt. Beim Pflanzen werden die Wurzeln fächerförmig ausgebreitet und gut angedrückt. Gepflanzt wird so, dass das Rhizom nur knapp unter der Erdoberfläche bleibt. Dies ist besonders bei schweren Böden wichtig. Gründliches Angießen ist Voraussetzung für gutes Anwachsen.


Oleander-Schildlaus

 

Schädlinge an Kübelpflanzen

Von Firmen, die sich mit biologischer Schädlingsbekämpfung befassen, werden Florfliegen, räuberische Nematoden sowie Raubmilben gegen Spinnmilben und Schlupfwespen gegen Weiße Fliege angeboten. Diese Bekämpfungsmethoden wirken sehr gut im Gewächshaus oder

später auch in Wohnräumen. Leider ist im Freien meist aus Witterungsbedingungen kein ausreichender Nutzen festzustellen. Einfach und ungefährlich ist das Stecken von LIZETAN COMISTÄBCHEN in die Topferde der Pflanzen. Der Wirkstoff löst sich mit dem Gießwasser und wird mit dem Pflanzensaft zu den saugenden und fressenden Schädlingen geführt.


Swirr GelsenStopp

 

Regentonnen – Brutstätten für Mücken

Offene Regenwasserbehälter sind immer Brutstätten für Stechmücken. Der beste Schutz dagegen ist ein dicht schließender Behälterdeckel. Stellt man trotzdem Mückenlarven fest oder ist das Zudecken nicht möglich, müssen die Larven abgeschöpft und vernichtet werden. Es gibt nun auch ein für Pflanzen ungefährliches Präparat, das in das Wasser getropft wird. SWIRR GELSENSTOPP verteilt sich an der Wasseroberfläche und lässt die Gelsen bei der Eiablage untergehen bzw. bereits vorhandene Larven absterben.

 

Kompost

Jetzt im Juli soll der Kompost komplett umgearbeitet werden. Das Oberste kommt nach unten, das Oberste nach oben, das Äußere nach Innen und umgekehrt. Gleichzeitig wird alles ausreichend mit verdünnten EM (Effektive Mikroorganismen) begossen, damit sich die Pflanzenreste rasch zu gutem Humus zersetzen.

 

Lockern der Erdoberfläche

Alle nicht mit Mulch bedeckten Flächen sind nach Niederschlägen wieder verkrustet und müssen mit Hacke oder Grubber flach gelockert werden. Damit kommt Luft zu den Wurzeln und die Feuchtigkeit hält sich besser im Boden.

Gartengrubber

 

Obstgarten

 

Kirschen und Weichseln

Sofort nach der Ernte ist der Rückschnitt für Kirschen und Weichseln optimal. Die Schnittwunden verheilen gut und dem lästigen Gummifluss nach starken Eingriffen wird weitgehend vorgebeugt. Werden stärkere Äste herausgeschnitten, soll zuerst ein Stumpf von etwa 10 cm stehen bleiben. Erst nach Ende der Saison wird er endgültig entfernt. Dies mindert die Gefahr von Gummifluss. Besonders gilt das für die hohen Bäume alter Prägung, als schwach wachsende Unterlagen noch unbekannt waren. Ihre Höhe und Breite können oft um einige Meter gekürzt werden, der Neutrieb bringt in den Folgejahren am jungen Fruchtholz größere Früchte hervor, die leichter und gefahrloser zu ernten sind.

 

Rechtzeitiges Stützen von stark tragenden Ästen

Stützen sind bei stark tragenden Bäumen so anzubringen, dass sie auch bei Wind nicht an der Rinde scheuern. Zwischen Stütze und Ast soll eine Polsterung durch Lappen, Gummi o. A.

diese Schäden abwenden. Stützen lohnt sich besonders bei Pfirsichen, wo starker Behang leicht zu Astbruch führt.

 

Ausdünnen bei Kernobst

Wie schon im Juni erläutert, soll stärkerer Behang rechtzeitig ausgedünnt werden. Dies fördert das Größenwachstum und die Qualitätssteigerung der Früchte im Herbst. Außerdem hat der Baum dann genügend Kraft, neue Blütenknospen für das nächste Jahr zu bilden.

 

Ausdünnen bei Marille und Pfirsich

Wichtig ist das Entfernen von zu dicht sitzenden Früchten bei Marillen und Pfirsichen. Meist sitzen mehrere Früchte dicht beisammen, die sich dann mit zunehmendem Größenwachstum selbst absprengen. Daher wird soweit händisch ausgedünnt, dass nur alle 10 cm eine Frucht verbleibt. Pfirsiche haben sehr dünne Äste, die mit zunehmender Reife der Früchte leicht abbrechen. Daher rechtzeitig Stützen unterstellen!

 

Erdbeeren nach der Ernte von Ausläufern befreien

Erdbeeren sind sofort nach der Ernte abzuranken. Dabei werden, vor allem zwischen den Reihen, die Ausläufer mit den noch unbewurzelten Jungpflanzen mit einem Messer vorsichtig von den Mutterpflanzen abgetrennt. Wo innerhalb der Reihe können die Jungpflanzen durchaus die Lücken füllen.

 

Erdbeeranlagen sollte man nur 2 Jahre nutzen

Erdbeeren sollte man sofort nach der zweiten Ernte abräumen. Trotz guter Pflege sinkt mit zunehmender Standzeit der Ertrag und die Pflanzenschutzprobleme nehmen zu.

 

Neue Erdbeerbeete werden Ende Juli/Anfang August angelegt

Frühe und mittelfrühe Sorten pflanzt man am besten Mitte Juli, mittelspäte und späte Sorten Anfang August. Gründliche Bodenbearbeitung, entfernen aller Wurzelunkräuter und Einbringen von 6 – 8 l Kompost /m² gehören zur Vorbereitung eines Erdbeerbeetes.

 

Vorzeitiger Fruchtfall bei Äpfeln

Früchte, die am Boden liegen, gehören sofort über die Mülltonne entsorgt. Sie sind meist von Schädlingen oder Krankheiten befallen und verseuchen nur das gesunde Obst.

 

Ribisel und Himbeeren

Beide Beerenarten sollten nach Ende der Ernte ausgelichtet werden.

Abgetragene Himbeerruten werden bis zum Boden zurückgeschnitten, pro Laufmeter sollen nur 7 bis 10 neue Ruten stehen bleiben.

Triebe von Schwarzen Ribiseln werden nach der 3. Ernte herausgeschnitten, Rote Ribisel erst nach dem 4. Erntejahr.

 

Kiwi

Die ungestüm wachsenden Triebe der Kiwi müssen ausgedünnt oder zurückgeschnitten werden, damit die Früchtemehr Licht zur Ausreifung erhalten.

Kiwifrüchte

 

Baumscheiben

Vor allem junge oder auf schwach wachsenden Unterlagen veredelte Obstbäume leiden rasch unter Wasser- und Nährstoffmangel, wenn sie in einer geschlossenen Rasenfläche stehen. Daher muss eine Baumscheibe rund um den Stamm unkraut- und rasenfrei gehalten werden. Durch eine Mulchschicht kann dies leicht erreicht werden.

 

Gemüsegarten

 

Chinakohl

Chinakohl ist ein sehr wertvolles Spätherbst- und Wintergemüse. Er kann roh als Salat oder gekocht als Gemüsebeilage verwendet werden. Die Ende Juli/Anfang August ist der günstigste Termin für die Aussaat von Chinakohl. Frühere Aussaaten führen zu Schossern (vorzeitige Blütenbildung). Chinakohl ist also eine empfehlenswerte Nachfruchtkultur und bringt einen sehr hohen Ertrag. Ein Anbau nach Kohlarten muss allerdings unterbleiben.

Gesät wird horstweise mit einem Abstand von 40 x 40 cm. Je Horst legt man drei bis vier Korn und vereinzelt nach dem Auflaufen.


Chinakohl Tabaluga (Austrosaat)

 

Erbsen

Die Ernte der Gemüseerbsen muss erfolgen, sobald die Körner voll ausgebildet, aber noch frisch und saftig sind. Diesen Zeitpunkt darf man nicht verpassen. Bei sehr warmer Witterung können die Körner bereits nach zwei bis drei Tagen überständig sein.

 

Vogerlsalat

Vogerlsalat, fälschlich auch oft Rapunzel bezeichnet, wird ab Ende Juli satzweise gesät. Ab der zweiten Oktoberhälfte kann er geerntet werden. Da der Vogerlsalat frostfest ist, können die späteren Anbausätze bis ins Frühjahr geerntet werden. Vogerlsalat ist ein Lichtkeimer, daher darf das Saatgut nur ganz leicht mit Erde bedeckt werden.

 

Gurken

Bei den Gurken gehören Gießen und Düngen zu den wichtigsten Juliarbeiten. Gurken werden leicht von Spinnmilben, Echtem und Falschen Mehltau befallen. Rechtzeitige Bekämpfung dieser Krankheiten und Schädlinge sichert eine lange Erntezeit.


Falscher Gurkenmehltau

 

Brokkoli

Der im Mai gepflanzte Brokkoli (und der verwandte Romanesco) erreichen Mitte bis Ende Juli die Erntereife. Wenn die Einzelknospen der Blume bereits gut ausgebildet, aber noch fest geschlossen sind, ist der ideale Erntezeitpunkt.. Besonders bei sehr warmer Witterung darf dieser Zeitpunkt nicht verpasst werden, weil die Blumen bzw. auch die Einzelknospen relativ schnell auflockern und damit an Qualität verlieren.


Brokkoli Belstar (Austrosaat)

 

Spätkarfiol

Im Juli werden die im Juni gesäten Jungpflanzen des Spätkarfiols im Abstand von 50 cm in der Reihe (Reihenabstand 60 cm) gepflanzt. Auf diesem Beet darf seit mindestens zwei Jahren kein Kohlgemüse gepflanzt worden sein. Nach der Pflanzung wird gründlich eingegossen, damit die wurzeln guten Bodenkontakt bekommen.

 

Karotten

Für die Herbsternte ist eine Aussaat Anfang Juli noch möglich, wenn man frühe Sorten verwendet. Für diesen Termin eignen sich kurze und mittellange Sorten. Sie benötigen vom Aufgang bis zur Ernte, je nach Sorte, 75 bis 95 Tage und bringen im Oktober noch Vollernten.

 

Paprika

Gemüsepaprika wird nur in größeren Zeitabständen gegossen, dann aber 20 l/m². Der Hauptwasserbedarf liegt in der Zeit von Mitte Juli bis Ende August. Für die Kopfdüngung verwendet man einen Volldünger mit etwa 20 g/m², verteilt auf zwei bis drei Einzelgaben oder gibt sie als 0,3%ige Flüssigdüngung.

 

Porree

Damit sich der tief gepflanzte Porree gut entwickelt, ist der Boden ständig zu lockern. Ab Mitte bis Ende Juli können die Pflanzen noch zusätzlich angehäufelt werden. Die dabei entstehenden Furchen dienen der Bewässerung. Porree hat ab Juli einen erhöhten

Wasserbedarf und muss mehrmals ausgiebig bewässert und gedüngt werden. Ende Juli ist die zweite Kopfdüngung 20 – 25 g Volldünger/m² fällig. Zu empfehlen ist das Abdecken der Pflanzen mit einem feinmaschigen Gemüsenetz zur Vermeidung eines Befalls mit der Lauchfliege.

 

Kohlweißling

Fast während der ganzen Saison fliegt der Kohlweißling. Der Schmetterling legt seine Eier an Blättern der Kohlgemüsearten ab, die Raupen fressen an den Blättern bis zum Kahlfraß. Auch hier hilft das Überdecken mit einem Gemüsenetz.

Kohlweißlingssraupen

 

Paradeiser

Sobald die Früchte der unteren Trauben voll entwickelt sind, kann man die benachbarten Blätter entfernen. Düngen und Ausbrechen der Seitentriebe sind die wichtigsten Maßnahmen im Juli. Kalk- und phosphorreiche Volldünger sind für die Ernährung der Früchte wichtig.

 

Kren

Für starke Krenstangen muss im Juli zweimal gedüngt werden. Anfang Juli werden die Seitenwurzeln bei vorsichtigem Anheben der Pflanzen entfernt. Dann erfolgt die erste Gabe eines Volldüngers. Die zweite Gabe erfolgt Ende Juli. Man gibt jeweils 30g/m² eines stickstoffreichen Volldüngers. Sofortiges Einarbeiten bzw. Eingießen des Düngers ist in diesem meist trockenen Monat notwendig.


Kren-Ernte